In den letzten 10 Jahren wurden von den 1.532 km Richtungsfahrbahnen im Autobahnnetz von Brandenburg 620 km Richtungsfahrbahn grundhaft ausgebaut und an 640 km Richtungsfahrbahn erfolgte eine kurz- und mittelfristige Asphaltüberbauung. Der Ausbau der verbleibenden Streckenabschnitte (ca. 270 km), die aus den Jahren 1936 bis 1940 stammen, erfolgt in den nächsten Jahren. Anliegen des Brandenburgischen Autobahnamtes ist es, sich einen aktuellen Überblick über den Zustand der zu verwaltenden Bausubstanz zu schaffen. Im Vordergrund dabei steht, neben der Wahrung von Gewährleistungsansprüchen, eine einheitliche Bewertung des Straßennetzes (Zustandsniveau). Durch die bauweisenbezogenen Verhaltensprognosen soll die jährlich aktuelle Planung von Bauprogrammen erfolgen. Dies stellt die Basis für die Begründung von Mittelanforderungen für Erhaltungsmaßnahmen dar. Im Rahmen der Erstanwendung eines Pavement-Management-Systems (PMS) beteiligte sich das Brandenburgische Autobahnamt mit einem Teilnetz. Mit diesem System lassen sich der Erhaltungsbedarf und die Zustandsentwicklung gut prognostizieren und damit auch die Auswirkungen der Mittelverteilung auf die Netzebene. Die tatsächlich durchgeführten Maßnahmen stimmen gut mit den möglichen Strategien des PMS überein.
Der Beginn der Arbeit des Brandenburgischen Autobahnamtes im Jahr 1990 stand unter der vorrangigen Pflicht, das gesamte Netz von 1.532 km Richtungsfahrbahnen in einen gebrauchsfähigen Zustand zu versetzen; hinzu kam die Notwendigkeit der Ergänzung fehlender Richtungsfahrbahnen auf einigen Strecken und die Verbreiterung des Querschnitts.
Mehrere hundert Kilometer Richtungsfahrbahnen, die noch heute liegen, wurden in den 30er Jahren gebaut. Sie haben einen zu großen Querfugenabstand und liegen ohne Tragschicht unmittelbar auf dem Untergrund. Diese Abschnitte weisen mehr oder weniger ausgeprägte Riss- und Stufenbildung auf (Bilder 1 und 2). Der Anteil der Strecken, die im Zeitraum bis 1940 gebaut wurden, betrug über 71 % des Netzes.
Weiterhin gibt es auch mehrere Streckenabschnitte aus den 70er- und 80er-Jahren, bei denen eine Alkali-Silica-Reaktion aufgetreten ist. Die hieraus entstandenen Schädigungen der ca. 300 km Richtungsfahrbahn sind heute bekannt und werden beim Neubau sicher ausgeschlossen.
Bis heute wurden von den 1.532 km Richtungsfahrbahnen im Autobahnnetz von Brandenburg 669 km Richtungsfahrbahn grundhaft (4- bzw. 6-streifig) ausgebaut und an 601 km Richtungsfahrbahnen erfolgte eine kurz- und mittelfristige Asphaltüberbauung (Bild 3). Der Ausbau der verbleibenden Streckenabschnitte (ca. 260 km), die aus den Jahren 1936 bis 1940 stammen, erfolgt in den nächsten Jahren. Das Anliegen des Brandenburgischen Autobahnamtes ist es, sich einen aktuellen Überblick über den Zustand der zu verwaltenden Bausubstanz zu schaffen. Im Vordergrund dabei stehen:
– die Wahrung von Gewährleistungsansprüchen, – die Analyse und Bewertung von Oberbauvarianten in Abhängigkeit von der Verkehrsbeanspruchung, – die Ableitung konstruktiver und baustofftechnischer Grundsätze für die Planung und Ausschreibung und – eine einheitliche Bewertung des Straßennetzes (Zustandsniveau), damit eine objektive Ermittlung des Erhaltungsbedarfs erfolgen kann.
Durch bauweisenbezogene Verhaltensprognosen soll die jährlich aktuelle Planung von Bauprogrammen erfolgen, was eine effiziente und objektive Mittelverteilung ermöglicht. Dies stellt die Basis für die Begründung von Mittelanforderungen für Erhaltungsmaßnahmen dar. Die Bauprogramme der folgenden 5 Jahre basieren auf der objektiven Notwendigkeit der Erneuerung der verbleibenden 260 km Streckenabschnitte aus „Uralt-Beton“, was das Bild 4 verdeutlicht.
Bild 4: Alte Betonstrecke (Baujahr 1937)
Parallel ist es erforderlich, die fertiggestellten Streckenabschnitte zur Sicherung der Gebrauchsfähigkeit und Verkehrssicherheit in ein System „Bestand – Zustand – Zustandsentwicklung – Erhaltungsmanagement“ zu überführen. Im Rahmen einer zu erarbeitenden Erhaltungsstrategie muss eine netzweite Planung von Erhaltungsmaßnahmen und Einordnung in die jährlichen Bauprogramme erfolgen. |