FGSV-Nr. FGSV 001/19
Ort München
Datum 09.10.2002
Titel Begrüßung durch den Vorsitzenden der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen
Autoren Jürg Sparmann
Kategorien Kongress
Einleitung

Im Namen der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen begrüße ich Sie auf das Herzlichste zum Deutschen Straßen- und Verkehrskongress 2002. Ich freue mich, dass Sie so zahlreich unserer Einladung ins Internationale Congress Center der Stadt München gefolgt sind. Wie alle zwei Jahre werden Sie auch diesmal Gelegenheit haben, sich in unterschiedlichen Fachveranstaltungen über die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet des Straßen- und Verkehrswesens ausführlich und eingehend zu informieren.

Die Forschungsgesellschaft freut sich, dass es ihr gelungen ist, auch in diesem Jahr wieder ein interessantes Programm für Sie zusammenzustellen. Sicherlich hat aber auch die Attraktivität des Tagungsorts ihr Teil dazu beigetragen, dass Sie so zahlreich gekommen sind. Ich glaube, Sie sind einverstanden, wenn ich sage: Diesmal haben wir uns die mit Abstand charmanteste aller deutschen Großstädte für unseren Kongress ausgesucht. Ganz gleich, ob Sie beim Thema „Wirtschaftsstandort“ eher an „Hofbräuhaus“, „Donisl“ und „Franziskaner“ denken oder an eines der anderen hier ansässigen Weltunternehmen wie „BMW“, „Siemens“, „Allianz“ und „Bayern München“: Ich bin mir sicher, wir werden drei informative, kommunikative und auch ein wenig unterhaltsame Tage an der Isar miteinander verbringen.

An dieser Stelle darf ich Herrn Ministerialdirektor Schneider sehr herzlich bei uns begrüßen. Herr Schneider ist Leiter der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern und wird uns ein kurzes Grußwort zum Willkommen sagen.

Ein besonders herzliches Willkommen sage ich den Festrednern dieser Eröffnungsveranstaltung. Ich darf mich ganz besonders bei Herrn Stefan Hilsberg, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, bedanken, der in Vertretung von Herrn Minister Bodewig zu uns sprechen wird. Da er erst um 15:00 Uhr bei uns sein kann, müssen wir das Programm etwas umstellen. Doch dazu später mehr.

Persönlich begrüße ich ebenso herzlich Herrn Ministerialdirektor Dr.-lng. E.h. Huber vom BMVBW; Herr Huber, Sie haben viele Jahre die Verbindung zur Forschungsgesellschaft aufrechterhalten und damit gebührt Ihnen ein großer Anteil an der guten Zusammenarbeit zwischen BMVBW und FGSV und den daraus resultierenden Erfolgen.

Begrüßen möchte ich an dieser Stelle auch die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, namentlich die Bundestagsabgeordneten Frau Seib und Herrn Weis.

Herzlich willkommen heiße ich Herrn Paul, den Vorsitzenden der Bundesfachgruppe Straßen- und Tiefbau im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes mit Sitz in Berlin. Einer alten Gepflogenheit entsprechend geben wir alle zwei Jahre einem Vertreter der Bauwirtschaft die Gelegenheit, über aktuelle Entwicklungen zu sprechen. Von Herrn Paul erwarten wir eine Stellungnahme zum Thema: „Auf neuen Wegen in die Zukunft: Straßenbau zu Beginn des 21. Jahrhunderts – Krise oder Aufbruch?“ Herr Paul, wir sind gespannt, zu welchen Ergebnissen Sie kommen werden.

Auf Grund der notwendigen Umstellung wird Herr Paul direkt nach Herrn Schneider sprechen. Danach erwarten wir die Ansprache von Herrn Staatssekretär Hilsberg. Anschließend ist der Rundgang des Staatssekretärs durch die Ausstellung vorgesehen. Um 16:00 Uhr, wie im Programm ausgedruckt, geht es dann weiter und zwar mit dem Vortrag von Herrn Professor Franz.

Herr Prof. Dr. Franz ist Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim. Herr Prof. Franz wird über das Thema „Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Deutschland“ sprechen, ein – besonders mit Blick auf die derzeit weltweiten Konjunkturprobleme – hochaktuelles Thema. Herr Prof. Franz, wir sind sehr gespannt auf Ihre Botschaft und heißen Sie in unserer Runde sehr herzlich willkommen.

Ein so großer Kongress kann unmöglich nur aus Köln von der Geschäftsstelle vorbereitet werden, dazu bedarf es der Unterstützung der Kollegen am Ort. Ich möchte mich daher bei Herrn Ministerialdirigenten Poxleitner von der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern für die gute Zusammenarbeit bei der Vorbereitung dieses Kongresses sehr herzlich bedanken. Gleichzeitig möchte ich Herrn Poxleitner stellvertretend für die Straßenbauverwaltungen der Länder herzlich begrüßen.

An dieser Stelle begrüße ich auch Herrn Dr. Fischer, Präsident von Pro Mobilität – Initiative für Verkehrsinfrastruktur, einem Zusammenschluss der wichtigsten Verbände der Wirtschaft und des Straßenverkehrs sowie der Automobil-, Bau- und Mineralölindustrie. Pro Mobilität ist auch mit einem Informationsstand im Ausstellungsbereich vertreten.

Beim Stichwort Ausstellung möchte ich gerne alle Aussteller in meine Begrüßung einbeziehen. Der Wert unseres Straßen- und Verkehrskongresses wird durch die begleitende Ausstellung noch gesteigert, weil sich die Kongressteilnehmer und -teilnehmerinnen in den von uns vorgesehenen Pausen unmittelbar über den neuesten Stand der Entwicklungen auf den verschiedenen Gebieten des Straßen- und Verkehrswesens informieren können. Ein Dank geht also an die ausstellenden Firmen, seien Sie herzlich willkommen.

Ganz besonders freue ich mich, dass wir diesmal über 1.200 Anmeldungen haben und wieder rund 200 Begleitpersonen mit angereist sind. Obwohl unser Kongress nur nationalen Charakter hat, freuen wir uns immer wieder, viele Gäste aus dem Ausland begrüßen zu dürfen. In diesem Jahr haben wir sogar 80 Teilnehmer aus 15 Ländern unter uns. Liebe ausländische Fachkolleginnen und -kollegen: Herzlich willkommen!

Ein paar Dankeschöns muss ich noch verteilen. Sie gelten den Mitgliedern der Arbeitsgremien der FGSV, die im Vorfeld des Kongresses die Themen zusammengestellt haben, sowie den Moderatoren, in deren Händen die zeitgerechte Durchführung der einzelnen Themenblöcke liegt. In diesen Gruß einbinden möchte ich selbstverständlich alle Vortragenden in den Fachprogrammen der beiden folgenden Tage.

Was haben wir von unserem diesjährigen Kongress jedoch zu erwarten? Ich möchte versuchen, Ihnen einen kurzen Programmüberblick zu geben.

Seit unserem vergangenen Treffen in Hamburg vor zwei Jahren hat es viele Entwicklungen im Straßen- und Verkehrswesen gegeben; darauf müssen wir uns bei der Forschungsgesellschaft ebenso einstellen wie die Straßenbauverwaltungen und die Bauwirtschaft. Ein Kernthema ist und bleibt die Finanzierungsfrage. Zwar haben Bund und Länder trotz leerer Kassen große Anstrengungen unternommen, um die notwendigen Finanzierungen sicherzustellen, dennoch reichen die verfügbaren Mittel weder für den Um- und Ausbau noch für die Erhaltung der Verkehrsinfrastruktur aus. Große Hoffnungen setzen wir deshalb auf die Einführung der Lkw-Maut. Aber schon heute zeichnet sich ab, dass die dadurch erlösten Mittel bedauerlicherweise nur partiell in den Straßenbau einfließen werden.

Wie Sie sicherlich wissen, möchte der Bund den sechsstreifigen Ausbau hochbelasteter Autobahnabschnitte durch Einnahmen aus der Lkw-Maut in Verbindung mit einem Betreibermodell finanzieren. In unseren Augen ist das ein konstruktiver Ansatz, der den Nachweis, dass er dem bisher praktizierten Verfahren überlegen ist, allerdings noch zu erbringen hat.

Auf jeden Fall bedeutet dieser neue Ansatz für alle Beteiligten eine neue Herausforderung. Der Forschungsgesellschaft geht es dabei in erster Linie um die Aufrechterhaltung der Standards. Während der zurückliegenden Jahre haben wir sie auf ein Niveau gebracht, das die Qualität und Dauerhaftigkeit unserer Verkehrsinfrastruktur gesteigert hat. Die Erhaltung und Weiterentwicklung dieser Standards auf Grundlage neuester Erkenntnisse aus Forschung und Praxis ist und bleibt ein vorrangiges Ziel der Forschungsgesellschaft. Deshalb fixieren wir diese Standards in Regelwerken.

Neben alternativen Optionen der Straßenbaufinanzierung betrachten wir mit ebenso großer Aufmerksamkeit den neuen Bundesverkehrswegeplan. Die veränderte Verkehrsnachfrage – insbesondere nach Öffnung der Grenzen in Richtung Osten – hat es notwendig gemacht, die Prioritäten für den Neu- und Ausbau unserer Verkehrsinfrastruktur zu überdenken. Die Akzeptanz des Bundesverkehrswegeplans hängt aber maßgeblich davon ab, inwieweit die Bewertung der einzelnen Maßnahmen nachvollziehbar ist. Gegenwärtig werden die Zwischenergebnisse auf ihre Konsistenz geprüft. Soll der Bundesverkehrswegeplan zeitgerecht realisiert werden, setzt das ein hohes Maß an Planungsverlässlichkeit voraus. Nur so können die einzelnen Vorhaben zügig bearbeitet werden, nur so kann in möglichst kurzer Frist das Baurecht beschafft werden. Ich bin mir sicher, dass Herr Staatssekretär Hilsberg den einen oder anderen Gesichtspunkt aufgreifen und uns die Vorstellungen der Bundesregierung hierzu erläutern wird. Die Forschungsgesellschaft hat in den zurückliegenden Jahren ihre Arbeit konzentriert fortgeführt und eine Reihe von neuen Regelwerken verabschiedet. Die Einführung der ZTV-Asphalt und ZTV-Beton als Grundlage für die Bauverträge ab Januar 2002 hat zu mehr Klarheit bei der Festlegung der Griffigkeitsanforderungen geführt, gleichzeitig aber auch Fragen aufgeworfen, wie mit diesen Anforderungen umgegangen werden soll. Interessant in diesem Zusammenhang dürfte sein, dass jetzt die ersten Funktionsbauverträge abgeschlossen werden, bei denen nicht mehr die Bauweisen vertraglich vorgeschrieben werden, sondern die Erfüllung festgelegter Anforderungen über die Zeit. Diese neue Form der Vertragsgestaltung stellt sowohl die Straßenbauverwaltungen als auch die Bauwirtschaft vor eine neue Situation. Ich denke, diese beiden Themen werden wir während der nächsten Tage ausführlich diskutieren können.

Verkehrssicherheit und Umweltfragen sind Themen, die der Forschungsgesellschaft ganz besonders – wenn ich das so formulieren darf – am Herzen liegen. Wir sind jetzt so weit, dass wir Empfehlungen für ein Sicherheitsaudit geben können, die eine Anhebung des Verkehrssicherheitsniveaus bereits bei der Planung erwarten lassen.

Ein anderes, immer wieder aktuelles Thema ist die FFH-Problematik. Wir sehen nach wie vor dringenden Handlungsbedarf, die Anforderungen aus der FFH-Gesetzgebung derart aufzubereiten, dass für die Planung eindeutige Handlungsanweisungen vorliegen und die Ergebnisse rechtssicher sind.

Das Management der Straßenerhaltung und die Erhaltung der Bauwerke gewinnen immer größere Bedeutung. Weshalb? Weil es gerade bei knappen Ressourcen nötig ist, die verfügbaren Mittel so effektiv wie möglich einzusetzen. Diesem Dauerthema der Forschungsgesellschaft werden wir uns auch in München widmen. Daneben befassen wir uns intensiv mit den neuesten Entwicklungen in der Straßenverkehrstechnik; dabei stehen die temporäre Nutzung von Seitenstreifen an Autobahnen und Fragen der Tunnelsicherheit im Vordergrund.

Neben den bau- und verkehrstechnischen Fragen beschäftigt sich die Forschungsgesellschaft auch mit der Mobilitätssicherung. Die Mobilitätsforschung bildet die Grundlage für eine sozial ausgewogene, den Wirtschaftsstandort Deutschland sichernde Festlegung von verkehrlichen Entwicklungszielen und stellt damit eine äußerst wichtige Säule der Arbeit in der Forschungsgesellschaft dar. Auch in diesem Jahr ist die Breite des Themenangebots beeindruckend. Ich denke, ich spreche auch in Ihrem Namen, wenn ich sage, dass ich den nächsten Tagen mit großer Spannung entgegenblicke.

Lassen Sie mich Ihnen zum Schluss meiner Eröffnungsworte noch eines mit auf den Weg geben. Natürlich wollen wir alle hier möglichst viele Fach- und Sachinformationen aufnehmen. Aber ich bitte Sie auch, die Gelegenheit zu nutzen, sich mit den Kolleginnen und Kollegen im persönlichen Gespräch auszutauschen, bestehende Kontakte zu festigen und neue zu schließen. Besonders gut eignet sich dafür ein Besuch der Fachausstellung, die ich Ihnen an dieser Stelle sehr empfehlen möchte.

Und wenn Sie dann am Freitag München verlassen und das Gefühl haben, die Teilnahme an unserem Kongress hat sich wieder einmal gelohnt, dann ist das für uns die beste Motivation, Ihnen auch im Jahr 2004 ein nicht weniger interessantes Programm zu präsentieren.

Jetzt wünsche ich uns allen einen guten Kongressverlauf und gebe zunächst das Wort weiter an Herrn Schneider.

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