Am Donnerstag, 12. 10. 78, nachmittags, hatten die Teilnehmer des DEUTSCHEN STRASSENKONGRESSES im Saal 2 des Kongreß-Centrums Hamburg im Rahmen eines Fachvortrages über eine Telefon-Wählleitung die Möglichkeit, direkte Fachfragen an den Computer des Rechenzentrums des Bundesverkehrsministeriums und der Bundesanstalt für Straßenwesen (RZ BMV/BASt) in Köln zu stellen. Im Großcomputer dieses Zentrums ist das Informationssystem „Internationale Dokumentation Straße“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gespeichert.
Das internationale Dokumentationssystem für Straßenforschung existiert seit 1965 und wird seit 1972 mit Hilfe von Computern betrieben. Über drei sogenannte Koordinierungszentren – in Paris, Crowthorne (England) und Köln – wurden seit 1972 über 70 000 Veröffentlichungen und Informationen über Forschungsarbeiten auf den Gebieten des Straßenwesens von 28 Zentren in 19 Ländern auf besonderen Formblättern erfaßt, deren Inhalt sodann in den Computer eingespeichert wird. Die Dokumente aus der Bundesrepublik werden in fachlicher Kooperation für die Gebiete Straßenbautechnik, Straßenverkehrstechnik und Unfallforschung gemeinsam von der Bundesanstalt für Straßenwesen und der Forschungsgesellschaft für das Straßenwesen gesammelt und aufbereitet.
Mit Hilfe des sogenannten Informationswiedergewinnungssystems GOLEM der Firma Siemens ist es möglich, die umfangreiche Datenbank über einen Bildschirm zu fragen, ob zu bestimmten Stichwörtern bereits Dokumente gespeichert sind. Dabei ist es gleichgültig, ob man in deutscher, englischer oder französischer Sprache anfragt, Stichwörter kombiniert oder bestimmte Kombinationen ausschließt. Der Computer durchsucht sodann den gesamten Dokumentenpool und zeigt an, wie viele Dokumente für den Fragesteller interessant sein könnten. Sind es zu viele, so kann der Frager durch Zugabe weiterer, eingrenzender Begriffe die „Treffsicherheit“ der Antwort verbessern.
Schließlich bewirkt ein Knopfdruck, daß entweder die Überschriften der gefundenen Dokumente, die Kurzfassungen des Inhalts oder das gesamte Dokument ausgegeben werden. Ein kleiner Drucker neben dem Bildschirm ermöglicht dem Anfragenden, die Antwort „schwarz auf weiß“ nach Hause zu tragen.
Das moderne System ermöglicht es Forschern und Praktikern des Straßenwesens, sich in einem wenige Minuten dauernden Dialog mit dem Computer einen Überblick darüber zu verschaffen, was zu einer bestimmten Fragestellung bereits geforscht und veröffentlicht wurde.
Vortrag und Vorführung von online Recherchen im Speicher der Internationalen Dokumentation Straße (IDS) über eine Telefonleitung im Pool des Rechenzentrums BMV/BASt in Köln hatten das Ziel, einen größeren Kreis potentieller Nutzer mit diesem System bekanntzumachen.
Mit Hilfe der Eidophor-Anlage des CCH erfolgte eine farbige Großprojektion aller Vorgänge des Dialogs mit dem IDS-Pool auf die Leinwand des Vortragssaales. Den Dialog und die Compilierung der Beispiele besorgte Oberreg.-Rat. Dipl.-Phys. M. Lietz von der BASt in Köln. |