FGSV-Nr. FGSV 001/7
Ort Hamburg
Datum 11.10.1978
Titel Pavement-Management-Strategien
Autoren Eberhard Knoll
Kategorien Kongress
Einleitung

Im Frühjahr 1976 hat die Forschungsgesellschaft für das Straßenwesen den Arbeitsausschuß Wirtschaftlichkeit von Fahrbahnbefestigungen innerhalb der Arbeitsgruppe „Sonderaufgaben“ gegründet. Sie folgte damit dem Trend vieler Länder, auch für diesen Teilbereich des Straßenwesens Fragen der Wirtschaftlichkeit zu behandeln. In diesem Beitrag sollen Zielvorstellungen, Probleme und Fragen, die in diesem Zusammenhang bearbeitet werden müssen, dar gestellt und – so weit wie schon möglich – Lösungswege aufgezeigt werden.

Der Arbeitsausschuß benötigte zu Beginn seiner Arbeit eine Phase des Tastens, des Suchens nach dem richtigen Weg, nach dem richtigen Ansatz für die Probleme. Zweifel kamen auf, ob der Weg gangbar ist. Ziele waren nur verschwommen erkennbar.

Angestrebte Berechnungsverfahren mußten frei von Tendenzen für oder gegen eine Bauweise sein, solange die Randbedingungen und Parameter nicht abgesichert waren.

Schon bald wurde im Ausschuß ein gemeinsamer Nenner über den Zielkatalog, die Verfahrensweise und den Arbeitsablauf gefunden. Besonders hilfreich waren hierbei Forschungsarbeiten von Professor Schmuck von der Hochschule der Bundeswehr in München.

Schon in den ersten Sitzungen und Diskussionen wurde deutlich, daß Wirtschaftlichkeitsfragen von Fahrbahnbefestigungen nicht auf den reinen Vergleich von Baukosten der verschiedenen Standardbauweisen und weiterer üblicher Oberbauverfahren beschränkt bleiben konnten.

Wie in allen führenden Straßenbauländern der Welt mußten auch in Deutschland integrierte und systematische Untersuchungen begonnen und Verfahren für den Entwurf und die Verwaltung von Fahrbahnbefestigungen entwickelt werden, die unter dem Begriff „Pavement-Management- Strategien“ zusammengefaßt werden. Neben der Rationalisierung der Bauverfahren ist es erforderlich, die Einheit von Bau, Unterhaltung, Instandsetzung und Erneuerung als geschlossene Strategie zu sehen, die im Englischen mit der treffenden Bezeichnung „Pavement-Management-Strategie“ versehen wird.

In Staaten wie den USA, bei denen der Oberbau individuell nach der Tragfähigkeit des Unterbaues oder Untergrundes dimensioniert wird, verwendet man den umfassenderen Ausdruck Pavement-Design-Maintenance-System.

In diesem Zusammenhang werden einige Germanisten nach der Notwendigkeit eines englischsprachigen Ausdruckes fragen. Doch die wörtliche Übersetzung Fahrbahnbefestigungs-Verwaltungs-Strategien scheint mir so unpraktikabel, daß sicherlich alle den gewählten Ausdruck akzeptieren werden.

Es muß das Bestreben jeder Straßenbauverwaltung sein, ein System für die Straßenbauinvestitionen zu finden, wonach ein optimaler Straßenzustand bei minimalen Kosten und Beeinträchtigungen erreicht werden kann. Nach Wester [1], der in einem Vortrag an der Technischen Hochschule Darmstadt anläßlich des 50jährigen Bestehens der Versuchsanstalt über dieses Thema berichtet hat, hat die Straßenbauverwaltung das Recht, aber auch vor allen Dingen die Pflicht zu der Frage, was, wann, wo, wie und für wieviel gebaut werden muß und kann.

Das bedeutet, daß sich die Forschung und die Verwaltung mehr als bisher mit dem Problem der Unterhaltung und Instandsetzung, aber vor allen Dingen auch mit dem Zeitpunkt und Umfang von Ersatzinvestitionen auseinanderzusetzen hat.

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Der Fachvortrag zur Veranstaltung ist als PDF verfügbar.