Bäume am Fahrbahnrand verschlimmern die Unfallfolgen erheblich. Die durchschnittliche Anzahl der Getöteten je Abkommen-Unfall ist nach Aufprall auf Bäume fast sechsmal so groß wie bei Abkommen ohne Aufprall. 1999 starben 1.800 Menschen nach dem Aufprall auf Bäume, hinzu kamen 12.000 schwer Verletzte und 15.000 leicht Verletzte. 82 % der Unfallkosten und 87 % der Getöteten bei Baumunfällen entfallen auf Landstraßen. Sicherheitsbemühungen müssen sich besonders darauf richten,
– den Verkehr in Alleen zu verlangsamen, – die Unfallschwere durch Maßnahmen wie z. B. Montage von Schutzplanken zu verringern, – wenn möglich, den Kfz-Verkehr aus den Alleen herauszunehmen und – Bäume an Straßen nur dort neu zu pflanzen, wo sie von abkommenden Fahrzeugen nicht erreicht werden können.
Der Arbeitsausschuss „Verkehrsunfälle“ der FGSV hat ein Regelwerk zum Schutz vor Baumunfällen entwickelt. Darin wird ein mehrstufiges Verfahren vorgestellt, wo und nach welcher Priorität die Verkehrssicherheit bei bestehenden Straßen mit Bäumen analysiert und verbessert werden kann. Aus naturschutzrechtlichen Gründen erforderliche Bäume sollten möglichst dort gepflanzt werden, wo sie die Landschaft gestalten, ohne dass Menschen zu Schaden kommen.
Bäume am Fahrbahnrand führen nicht zu Unfällen, aber sie verschlimmern die Unfallfolgen in dramatischer Weise: Die durchschnittliche Anzahl der Getöteten je Abkommen-Unfall ist nach Aufprall auf Bäume fast sechsmal so groß wie bei Abkommen ohne Aufprall. Daher gilt – das muss aus Sicht der Verkehrssicherheit gesagt werden – wer Bäume pflanzt, setzt Gefahren.
Natürlich haben die Bäume daran nicht „Schuld“. Es sind die Menschen, die Fehler machen und dabei sich, aber auch andere in Gefahr bringen. Tatsächlich ist kein Mensch vor Fahrfehlern gefeit und es kann jeden treffen, aus jeder Altersgruppe, aus allen Schichten und Männer wie Frauen, wie die Unfallstatistik belegt.
Wieso machen so viele Menschen Fahrfehler in Alleen? Das Autofahren in einer Allee ist offenbar sehr viel schwieriger als auf einer nach heutigem Sicherheitsstandard angelegten Straße. Die Straßengeometrie in den Alleen ist gekennzeichnet durch lange Geraden, gefolgt von engen Radien sowie Kuppen und Wannen, die häufig den Gegenverkehr nicht rechtzeitig erkennen lassen. Rascher Wechsel von Laub, Licht und Schatten spielt eine Rolle sowie stark schwankende Griffigkeit der Fahrbahnoberfläche, denn der Regen erreicht die Straße unter den Bäumen erst später und die Feuchtigkeit trocknet dort langsamer als auf freier Strecke. So sind es sicherlich auch die plötzlichen und unerwarteten Veränderungen der Straßenverhältnisse, die Menschen Fehler machen lassen. Doch eine Allee verzeiht keinen Fehler. Zudem wird in Alleen – wie Messungen gezeigt haben – eher schneller gefahren als außerhalb. Das Thema Baumunfälle ist nicht neu. Zurzeit des Aus- und Neubaus des westdeutschen Straßennetzes hat man das Problem vielfach durch Absägen gelöst. Weil damals die Entwicklung passiver Schutzeinrichtungen noch in den Kinderschuhen steckte, an eine wirksame Geschwindigkeitsüberwachung nicht zu denken war und generelle Tempolimits ohnehin nicht existierten, war das die zielführende Lösung. Neue Straßen wurden im Westen in aller Regel ohne Bäume am Fahrbahnrand gebaut. So beschloss der bayerische Landtag 1964, dass bei Neubauten aus Gründen der Verkehrssicherheit keine Bäume an die Straßenränder zu pflanzen seien. |