FGSV-Nr. FGSV 001/18
Ort Hamburg
Datum 04.10.2000
Titel Straßenbeleuchtung – eine kostentreibende oder kostensenkende Norm?
Autoren Hans-Hubert Meseberg
Kategorien Kongress
Einleitung

Die Norm DIN 5044 „Ortsfeste Verkehrsbeleuchtung, Beleuchtung für den Kraftfahrzeugverkehr“ ist seit 1981/1982 gültig und hat sich seitdem als sinnvolles Instrument zur Planung, Berechnung und Messung der lichttechnischen Anforderungen an Straßenbeleuchtungsanlagen erwiesen. Im Zuge der Harmonisierung technischer Vorschriften wurde im CEN beschlossen, auch eine europäische Norm zur Straßenbeleuchtung zu erarbeiten. Weil in der Euronorm die Interessen und Beleuchtungstraditionen aller beteiligten Länder hinsichtlich der zu beleuchtenden Verkehrsräume, der verwendeten Gütekriterien und der Höhe der Anforderungen gewahrt werden müssen, ist die Euronorm sehr komplex aufgebaut. Die Euronorm besteht aus 3 Teilen. Ein wesentlicher Unterschied zur DIN 5044 besteht darin, dass die Euronorm nicht mehr nach Planungs-, Nenn- und Wartungswerten unterscheidet, sondern nur noch Anforderungen enthält. Zu Teil 1: Neben den in DIN 5044 verwendeten Gütemerkmalen Leuchtdichte und horizontale Beleuchtungsstärke werden auch die Gütemerkmale vertikale, halbzylindrische und halbsphärische Beleuchtungsstärke eingeführt. Für alle Gütemerkmale werden Beleuchtungsklassen definiert. Die für die verschiedenen Verkehrsräume zu betrachtenden Beleuchtungssituationen werden durch ein Parametersystem definiert und klassifiziert. Grundparameter sind der zu beleuchtende Verkehrsraum, die Nutzer des Verkehrsraumes und die typische Geschwindigkeit des Hauptnutzers. Zu den Teilen 2 und 3: Hier werden die Methoden der Berechnung und Messung der in Teil 1 festgelegten Gütemerkmale beschrieben. Diese Beschreibung fällt deutlich umfangreicher aus als in DIN 5044, enthält aber im Wesentlichen die gleichen Inhalte. Vergleicht man die Anforderungen nach der Euronorm mit denen der DIN 5044 für verschiedene Beleuchtungssituationen, so stellt man fest, dass die Anforderungen für Verkehrsräume, die vorwiegend von den schwächeren Verkehrsteilnehmern genutzt werden – also Fußgänger und Radfahrer – angehoben worden sind, während die Anforderungen für Straßen des motorisierten Verkehrs etwas reduziert wurden. Die für den Anwender entscheidende Frage ist, ob das allgemeine Beleuchtungsniveau und damit die Kosten für die Beleuchtung nach Euronorm steigen oder fallen werden. Beispielrechnungen zeigen, dass es zwar Verschiebungen der Beleuchtungskosten geben wird, dass aber die Kosten insgesamt sich nicht verändern werden.

Die lichttechnischen Anforderungen an die Beleuchtung von öffentlichen Straßenräumen sind in Deutschland in der zweiteiligen Norm DIN 5044 „Ortsfeste Verkehrsbeleuchtung, Beleuchtung für den Kraftfahrzeugverkehr“ festgelegt. Die Norm ist seit 1981 bzw. 1982 gültig und hat sich seitdem als sinnvolles Instrument zur Planung, Berechnung und Messung der lichttechnischen Anforderungen an Straßenbeleuchtungsanlagen erwiesen. Diese Norm wurde vom Gemeinschaftsausschuss der FGSV und des DIN AA 3.9/FNL 11 erarbeitet. Weitere Regelwerke für spezielle Anwendungsfälle sind die DIN 67528 „Beleuchtung von Parkplätzen und Parkbauten“ und die FGSV-„Richtlinien für die Beleuchtung von Anlagen für den Fußgängerverkehr“, die vom gleichen Gremium erarbeitet worden sind.
Im Zuge der Harmonisierung technischer Vorschriften wurde im CEN (Europäisches Komitee für Normung) beschlossen, auch eine europäische Norm zur Straßenbeleuchtung zu erarbeiten, in der die nationalen Anforderungen zusammengefasst und wenn möglich, auf den neuesten Stand der Wissenschaft und Technik gebracht werden sollten. Weil in der Euronorm die Interessen und Beleuchtungstraditionen aller beteiligten Länder hinsichtlich der zu beleuchtenden Verkehrsräume, der verwendeten Gütekriterien und der Höhe der Anforderungen gewahrt werden müssen, ist die Euronorm EN 13201, die in Deutschland als DIN EN 13201 „Straßenbeleuchtung“ veröffentlicht wird, viel komplexer aufgebaut und auf den ersten Blick schwerer verständlich und handhabbar als DIN 5044. Allerdings hat sich gezeigt, dass es schon nach recht kurzer Einarbeitungszeit möglich ist, auch mittels dieser Norm Beleuchtungsplanungen in bewährter Qualität durchzuführen. Außer dem gibt es bereits EDV-Programme, mit deren Hilfe solche Berechnungen durchgeführt werden können.
Schließlich ist noch darauf hinzuweisen, dass selbstverständlich, auch nach Veröffentlichung der Euronorm DIN EN 13201, bestehende Beleuchtungsanlagen nicht umgerüstet werden müssen. Die EN 13201 ist nur bei der Planung von Neuanlagen bzw. der Anlagensanierung anzuwenden.

PDF
Volltext

Der Fachbeitrag ist im Volltext als PDF verfügbar. Das PDF enthält alle Bilder und eine Tabelle.