Die Berücksichtigung von Umweltgesichtspunkten bei der Verkehrsplanung ist nur ein Teilaspekt angewandten Umweltschutzes. Weder eine umweltbewußte Verkehrsplanung noch eine ihr übergeordnete umweltbewußte Raumplanung können als alleinige Instrumente für die Einleitung einer unter Umweltgesichtspunkten positiven Entwicklung angesehen werden. Die Einbettung der Verkehrsplanung in unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem erfordert die Berücksichtigung von Wertmaßstäben, die für eine umweltbewußte Verkehrsplanung Randbedingungen darstellen. Dieses sollte jeder Verkehrsplaner erkennen und auch in der Öffentlichkeit deutlich machen, damit nicht unerreichbare Erwartungen geweckt werden.
Die verbreitete Ansicht, daß der Verkehr mit seinen Verkehrswegen und seinen Verkehrsmitteln die Umwelt – und damit letztlich die Gesellschaft – ruiniert, ist eine grobe und zugleich auch gefährliche Verniedlichung des Gesamtproblems. Die Wechselwirkungen zwischen Verkehrsgeschehen und Umweltbeeinflussung sind zu komplex, als daß eine derart pauschalierte Bewertung hingenommen werden kann. Allerdings bewegt sich die Wissenschaft bei der Lösung der sichtbar gewordenen Probleme z. Z. noch weitestgehend in der Problematisierungsphase, die letztlich immer am Anfang einer nur langfristig lösbaren Aufgabe steht.
Dieser Beitrag soll kein Beitrag zur Problematisierung des Problems darstellen. Er soll sich vielmehr konkret an den Verkehrsplaner wenden, der jetzt und heute Entscheidungen treffen muß und der sich nicht mit Hinweisen über die Komplexität des Problems und den unzureichenden wissenschaftlichen Erkenntnisstand um Entscheidungen – beispielsweise im Hinblick auf die planungsrechtlich notwendige Flächensicherung – herumdrücken kann. |