Die ständig wachsenden Verkehrsbeanspruchungen, die ungünstiger werdende Altersstruktur und der wirtschaftliche Einsatz der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel zwingen alle Beteiligten, die Erhaltung der Bundesfernstraßen zu systematisieren. Die Ergebnisse der bundesweiten Zustandserfassung und -bewertung (ZEB) bilden die wichtigste Grundlage für eine systematische Erhaltung der Bundesfernstraßen. Auf Basis der in regelmäßigem Turnus erfassten Oberflächenmerkmale lässt sich die Zustandsentwicklung netzweit abschätzen. Die Erhaltungsplanungen umfassen längere Streckenabschnitte unter Koordinierung und Optimierung von Erhaltungsmaßnahmen für Fahrbahnbefestigungen und Bauwerke. Die Grundsätze für die systematische Erhaltungsplanung werden mit Einführung der „Richtlinien für die Planung von Erhaltungsmaßnahmen an Straßenbefestigungen“ (RPE) bekannt gegeben. Die in den RPE beschriebene Vorgehensweise unterstützt eine einheitliche Erhaltungsplanung, zeigt aber auch auf, dass die Verknüpfung aller für eine umfassende Planung notwendigen Daten und Informationen nur noch rechnergestützt zu bewältigen ist. Aus diesem Grund wurde ein auf deutsche Bundesfernstraßenverhältnisse angepasstes Pavement Management System (PMS) entwickelt, das zurzeit in einer Erstanwendung für begrenzte Straßennetze eingesetzt und weiterentwickelt wird. Mit dem PMS können die Wirkungen gewählter Erhaltungsmaßnahmen abgeschätzt, die kurz- und mittelfristigen Erhaltungsplanungen besser bewertet und die Erhaltungsprogramme netzweit optimiert werden.
Ein leistungsfähiges Straßennetz ist wesentliche Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und gehobenen Lebensstandard. Es ermöglicht die notwendige Mobilität der Bürger, um weitgehend gleiche Lebensverhältnisse in allen Teilen des Landes sicherzustellen. Das deutsche Autobahnnetz mit seiner zentralen Lage in Europa trägt die Hauptlast des Transitverkehrs und wird durch den erweiterten europäischen Binnenmarkt ständig zunehmende Verkehrsbelastungen aufnehmen müssen. Mit einem Netzanteil von nur 1,8 % des Gesamtstraßennetzes übernehmen die Bundesautobahnen 30 % der gesamten Verkehrsleistungen. Bereits geringe Störungen im Netz durch Verkehrsbeschränkungen oder durch den Ausfall einzelner Anlagenteile führen zu starken Verkehrsbehinderungen mit erheblichen Folgekosten für den Straßennutzer und die Volkswirtschaft sowie zu negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Die Erhaltung der Bundesfernstraßen ist somit eine vordringliche Gegenwarts- und Zukunftsaufgabe zur langfristigen Sicherung der Mobilität von Wirtschaft und Gesellschaft. Neben den ständig wachsenden Verkehrsbeanspruchungen, insbesondere im Schwerverkehr, zwingen die ungünstiger werdende Altersstruktur und der wirtschaftliche Einsatz der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel alle Beteiligten dazu, die Erhaltung der Bundesfernstraßen zu systematisieren, um auch zukünftig den Verkehrsteilnehmern eine ausreichende Qualität der Verkehrswege zu sichern. Die systematischen Straßenerhaltung soll:
– für den Straßennutzer eine einheitliche Befahrbarkeit von Straßen der selben Funktionsklasse gewährleisten, – die Straßeninfrastruktur langfristig in ausreichender Qualität erhalten und – die Straßenverwaltungen bei der zeitlichen und finanziellen Planung der erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen wie auch bei der Realisierung unterstützen.
Der Erhaltungsaufwand kann auf diese Weise bei vorgegebenen quantitativen und qualitativen Nutzen minimiert werden. |