Eine sinnvolle Strategie zur Verbesserung der Parksituation in den Städten wird sich i. a. aus einem Bündel verschiedener Maßnahmen zusammensetzen; eine davon ist das Parkleitsystem. In jüngster Zeit ist ein verstärkter Einsatz von Parkleitsystemen zur Verringerung des Parksuchverkehrs und zur optimalen Ausnutzung des vorhandenen Parkraumangebots festzustellen. Im vorliegenden Beitrag wird die generelle Funktionsweise und werden die Voraussetzungen, Einsatzgrenzen und Komponenten eines solchen Systems erläutert. Hinweise werden zur Planung und zum Betrieb gegeben. Aus der Vielzahl der realisierten Systeme werden einige an Beispielen dargestellt.
Das Verkehrsaufkommen ist auch in städtischen Bereichen weiterhin steigend. Während die innerstädtischen Straßen meist derart ausgebaut sind, daß sie den fließenden Verkehr i. a. aufnehmen können, entstehen bei der Bewältigung des ruhenden Verkehrs und hier insbesondere bei der Parkplatzsuche, oft erhebliche Schwierigkeiten. Die Bedeutung des Zusammenhangs zwischen fließendem und ruhendem Verkehr wird klar, wenn man bedenkt, daß jede Fahrt mit dem Pkw mit einem Parkvorgang endet. Zwei Stunden von 24 Tagesstunden fährt ein Pkw dabei nur im Durchschnitt, den Rest des Tages, mehr als 90 %, wird er geparkt. Aus diesem Verhältnis wird deutlich, mit welchen Parkschwierigkeiten bei ständig wachsendem Verkehr bereits heute überlastete Städte noch rechnen müssen, wenn man die Entwicklung dem freien Spiel der Kräfte überläßt und nicht mit entsprechenden Maßnahmen eingegriffen wird.
Eine erfolgversprechende Strategie zur Lösung von Parkproblemen wird sich aus einem Bündel von Maßnahmen zusammensetzen müssen. Hier sind vor allem organisatorische (administrative) und betriebliche, aber auch bauliche Maßnahmen zu nennen. Dabei können jedoch in Innenstadtbereichen Parkflächen nicht in beliebiger Größe bereitgestellt werden. Im Gegenteil ist eine allzu großzügige Bereitstellung von Parkflächen nachteilig für die Lebensqualität der Städte. Andererseits muß jedoch nachdrücklich darauf hingewiesen werden, daß ein bestimmter Umfang an Parkflächen in Städten unbedingt erforderlich ist, da eine Abwicklung des gesamten Verkehrs mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht als ausreichende Lösungsmöglichkeit angesehen werden kann.
Bei der Beurteilung des Nutzens von Verkehrsstrategien haben sich in den letzten Jahren die Aspekte und Gewichtungen verändert. Während früher z. B. bei der Einrichtung von Parkflächen vor allem die Erreichbarkeit (Zugänglichkeit) von Zielbereichen sowie die Länge der nötigen Fußwege als Beurteilungskriterien herangezogen wurden, spielen heute Umweltbelastungen (durch Lärm, Abgase) und Energieverbrauch eine bedeutende Rolle. Aus diesen und aus den bereits genannten städtebaulichen Gründen kann daher heute nicht immer der lagemäßig günstigste Platz für die Anlage einer neuen Parkfläche gewählt werden. Die Folge davon ist, daß zielnahe – in der Regel ältere – Parkanlagen meist überfüllt sind, während gleichzeitig aber weniger günstig gelegene – oft neuere – Parkflächen noch freie Plätze aufweisen. Dadurch entstehen dann in der Regel
– Warteschlangen vor den überfüllten Parkhäusern und – überflüssiger Suchverkehr, in dem die Parkplatzsuchenden sich nach anderen Parkflächen umsehen.
Damit verbunden sind negative Begleiterscheinungen wie beispielsweise
– Zeitverluste, – erhöhte Straßenbelastung, – Störung des fließenden Verkehrs, – unnötige Umweltbelastung durch Lärm und Abgase, – unnötiger Energieaufwand.
Die Mißstände können durch frühzeitige Information und sinnvolle Wegweisung behoben werden.
Die Praxis zeigt jedoch, daß die Wegweisung häufig ungenügend ist, indem erst in unmittelbarer Nähe von Parkanlagen auf diese hingewiesen wird. Eine solche Beschilderung hilft dem Ortsunkundigen erst in der Schlußphase seiner Suchfahrt. Dem Ortskundigen stellt sich das gleiche Problem. Obwohl er eigentlich auf keine Parkplatzwegweisung angewiesen ist, kann er erst an Ort und Stelle feststellen, ob die angefahrene Parkfläche noch aufnahmefähig ist.
Die Informationen in Form einer statischen Beschilderung sind somit in den meisten Fällen nicht ausreichend. Die Information sollte vielmehr darin bestehen, daß freie Parkanlagen aufgezeigt werden und ihr Auffinden durch eine kontinuierliche Wegweisung gewährleistet ist, so daß die Verkehrsteilnehmer erst gar nicht in die Richtung besetzter Parkflächen fahren. Dies kann jedoch nur durch eine dynamische Hinweisbeschilderung (Wechselwegweisung) erreicht werden, die sich permanent den verändernden Bedingungen anpassen kann. Aus dieser Überlegung heraus ist das sog. Parkleitsystem entstanden. |