| Einleitung |
In mehreren deutschen Städten sind Unfallanalysen durchgeführt worden, mit denen die Auswirkung von Maßnahmen der flächenhaften Verkehrsberuhigung auf die Verkehrssicherheit beurteilt werden soll. Die Untersuchungsmethodik sieht einen Vorher-Nachher-Vergleich mit Kontrollgebiet vor. Die Unfallzahlen sind in den Modellgebieten im Nachher- gegenüber dem Vorher-Zeitraum im Mittel um 12 % gesunken. Auch die Unfallfolgen konnten deutlich vermindert werden. Die Unfallbeteiligung der Zweiräder insgesamt ging um 36 % zurück, die der Fußgänger um 40 %. Insgesamt haben die Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit geführt. Diese kommt insbesondere den schwächeren Verkehrsteilnehmern zugute.
In der Bundesrepublik Deutschland werden Maßnahmen zur flächenhaften Verkehrsberuhigung inzwischen allgemein als ein wichtiges Mittel zur Verbesserung der Wohnumfeldsituation in den Städten und zur Erhöhung der Verträglichkeit des Kraftfahrzeugverkehrs angesehen. Die flächenhafte Verkehrsberuhigung umfaßt ein ganzes Bündel von denkbaren und sinnvoll aufeinander abzustimmenden Maßnahmen über deren Art und Einsatzbedingungen eine sehr umfangreiche Fachliteratur vorliegt. In diese Maßnahmen sollten nach Möglichkeit auch die Hauptverkehrsstraßen der betroffenen Gebiete einbezogen werden. Diese Maßnahmen müssen begleitet werden durch eine intensive Aufklärungs-, Informations- und Überzeugungsarbeit bei den Kraftfahrern und der betroffenen Wohnbevölkerung sowie durch geeignete Überwachungsmaßnahmen.
Die Bundesregierung läßt in einem groß angelegten Projekt, das über mehrere Jahre verläuft, die Auswirkungen dieser Maßnahmen in verschiedenster Hinsicht untersuchen. Dazu gehören Analysen der Umweltauswirkungen, der verkehrsplanerischen Auswirkungen, der Auswirkungen auf Städtebau, Wohnungssituation und soziale Belange. Die Ruhr-Universität Bochum ist dabei mit der Untersuchung der Verkehrssicherheit in solchen verkehrsberuhigten Bereichen beauftragt worden. Die Untersuchungen werden in 6 Modellstädten durchgeführt. Dies sind Berlin-West, Borgentreich, Buxtehude, Esslingen, Ingolstadt und Mainz. Die Ergebnisse aus diesen Städten liegen bisher erst in vorläufiger Form vor, da die vorgesehenen Untersuchungszeiträume noch nicht abgelaufen sind.
Zur Entwicklung und Erprobung der Untersuchungsmethodik ist bereits früher in einem Wohngebiet von Berlin-Charlottenburg, in dem von 1979 bis 1982 Maßnahmen zur flächenhaften Verkehrsberuhigung durchgeführt wurden, die Unfallentwicklung analysiert worden. Aus diesem Gebiet kann über abgeschlossene Ergebnisse berichtet werden (vgl. [1], [2]). |