Die in den Entwicklungsländern entwickelten Methoden zur Untersuchung von Unfallschwerpunkten sind für Länder der Dritten Welt interessant, weil sie die Möglichkeit bieten, die Unfallzahlen mit geringem Kostenaufwand zu reduzieren. Im vorliegenden Bericht wird der aktuelle Stand einer speziell für Entwicklungsländer erarbeiteten Methode beschrieben, bei welcher ein einfaches polizeiliches Unfallprotokollheft und eine Reihe von MC-Programmen für die Speicherung und Abfrage der so im Protokollheft gesammelten Daten verwendet werden. Ferner wird dessen zentrale Bedeutung für die Unfallschwerpunktarbeit betont, nicht nur im Hinblick auf dessen direkten Einsatz bei der Behandlung der Unfallprobleme, sondern auch im Hinblick auf die Schaffung eines positiven Klimas in der Fachwelt, wodurch eine politische und finanzielle Unterstützung für umfassende Verkehrssicherheitsprogramme gewonnen werden kann.
Die Verkehrssicherheit hat sich heute zu einem weltweiten Problem entwickelt, dem sich auch die Entwicklungsländer nicht länger verschließen können.
Die Verkehrsunfallquoten, bezogen auf das Verkehrsaufkommen, sind allgemein zehnmal so hoch wie in den europäischen und westlichen Industrieländern; im Verhältnis zum Fahrzeugbestand und zur Einwohnerzahl sind sie durchwegs höher (Abbildung 1, Jacobs 1987). Die durch die Unfälle verursachte Vergeudung von 1 % des Bruttosozialprodukts stellt für die ohnehin hart kämpfenden Volkswirtschaften eine zusätzliche Belastung dar, während die Verkehrsunfallopfer bereits überlastete Krankenhäuser und überlastetes medizinisches Personal noch mehr überlasten.
Unter den gegebenen Umständen ist es nur normal, daß sich die Entwicklungsländer die Erfahrungen des stärker motorisierten und technisch entwickelteren Teils der Welt zunutze machen. Unter der Reihe der Maßnahmen, die auf diesem Gebiet angewendet werden, ist die Unfallschwerpunktermittlung und -behandlung für sie von offensichtlichem Interesse. |