FGSV-Nr. FGSV 001/12
Ort Berlin
Datum 06.09.1988
Titel Identifikation von Unfallschwerpunkten und Maßnahmen zur Hebung der Verkehrssicherheit auf dem polnischen Nationalstraßennetz
Autoren Leszek M. Mikolajkow
Kategorien International
Einleitung

Der Autor gibt eine Übersicht über den Stand der Verkehrssicherheit auf den polnischen Nationalstraßen. Sodann werden die Methoden für die Identifikation und die genaue Lokalisierung besonders gefährlicher Abschnitte auf dem Straßennetz (d. h. Abschnitte von 1 km Länge mit mindestens vier Unfällen pro Jahr in vier von fünf aufeinander folgenden Jahren) beschrieben. Anschließend wird die relative Häufigkeit der gefährlichen Abschnitte, d. h. Zahl der gefährlichen Streckenkilometer mit mindestens vier Unfällen pro Jahr auf einer Strecke von 100 km, dargestellt. Zum Abschluß wird über Maßnahmen zur Hebung der Verkehrssicherheit auf dem Nationalstraßennetz berichtet, wobei angestrebt wird, die Rate der tödlichen Unfälle des Jahres 1986, d. h. 0,066 Verkehrstote pro 10 Fz/km bzw. 17,31 % Verkehrstote pro 100 Verkehrsunfälle, zu senken.

Was die Verkehrssicherheit auf Polens Straßen anbelangt, so ist die Situation immer noch nicht befriedigend, obgleich bereits bestimmte Verbesserungen beobachtet werden konnten. Das Land mit seiner Bevölkerung von 37 571 800 Einwohnern besitzt ein öffentliches Straßennetz mit einer Gesamtlänge von 340 000 km, davon 211 000 km Straßen mit befestigter Fahrbahn. Im Jahr 1986 ereigneten sich insgesamt 37 133 Verkehrsunfälle, wovon 4 667 einen tödlichen Ausgang hatten und 43 150 zu Verletzungen führten. Die Gesamtzahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge betrug 7 434 000 (davon 3 962 000 Pkw und 1 515 000 Krafträder). Die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge (ohne Krafträder) wuchs in den vergangenen fünf Jahren zwischen 278 000 und 417 000 jährlich, was einer Zuwachsrate zwischen 66,77 % und 9,43 % entspricht. Das größte Wachstum wurde in den Jahren 1983 und 1986 verzeichnet, nämlich 413 000 und 417 000 bzw. 9,43 % und 7,52 %. Auf den 65 070 km des polnischen Nationalstraßennetzes (das wichtigste Fernverkehrsstraßennetz des Landes, großenteils bestehend aus Fahrbahnen ohne Richtungstrennung und für alle Verkehrsarten zugelassen), die 1986 analysiert wurden, ereigneten sich 12 775 Verkehrsunfälle mit 2 212 Verkehrstoten und 15 495 Verletzten.

Im Jahre 1986 betrug die Unfallrate (d. h. Zahl der Unfälle auf 10 Fz/km) auf öffentlichen Straßen 0,58 und auf den Nationalstraßen 0,382. Die Rate der tödlichen Unfälle (d. h. Zahl der Verkehrstoten auf 10 Fz/km) belief sich auf 0,07 bzw. 0,066. Die Unfallschwererate (d. h. Zahl der Unfälle mit Getöteten pro 100 Unfälle) betrug für das Nationalstraßennetz 17.315. Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der Unfall zahlen im Zeitraum 1982–1986 für alle öffentlichen Straßen und für die Nationalstraßen. Die Entwicklung der Unfallraten, Verkehrstotenraten und Unfallschwereraten auf den Nationalstraßen im selben Zeitraum geht aus Abbildung 2 hervor.

Als Unfall wird in diesem Zusammenhang ein Ereignis innerhalb des Ablaufs einer Reihe von Geschehnissen betrachtet, das sich normalerweise auf der Straße abspielt oder dort seinen Ursprung hat und das unbeabsichtigt zu Verletzungen oder zum Tode führt. Als tödlicher Unfall wird ein Unfall bezeichnet, der entweder an der Unfallstelle selbst oder innerhalb von 30 Tagen nach dem Ereignis zum Tode einer oder mehrerer Personen führt. Als Verletzungsunfall gilt ein Unfall, bei welchem mindestens eine Person verletzt wird und ärztliche Hilfe oder Krankenhausaufnahme benötigt und der nicht innerhalb von 30 Tagen nach dem Ereignis zum Tode führt.

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