FGSV-Nr. FGSV 001/12
Ort Berlin
Datum 06.09.1988
Titel Unfallschwerpunkte (o. T.)
Autoren S. B. Deol
Kategorien International
Einleitung

Mit der Einführung des Autos in Indien bei gleichbleibender Dichte des nicht motorisierten Verkehrs wie Handwagen, Fahrradrikschas, Ochsengespanne etc. fand eine wahre Revolution im sozialen und wirtschaftlichen Leben Indiens statt. Mit der rapiden Zunahme der Kraftfahrzeuge war eine steigende Verunglücktenrate zu verzeichnen. Verkehrsunfälle sind in diesem Land, wo 1985 bei einem niedrigen Fahrzeugbestand eine sehr hohe Verkehrstotenrate von 40 pro 1000 Kraftfahrzeuge gegenüber einer Rate von zwei in Japan und drei in der Bundesrepublik Deutschland verzeichnet wurde, ein akutes Problem.

Der Straßenverkehr stellt hier ein enormes Problem dar wegen der Zusammensetzung aus motorisiertem und nicht motorisiertem Verkehr, den unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten und Verkehrsteilnehmern, deren undiszipliniertem Verhalten, der völlig unzureichenden Straßenfläche und der mangelhaften Gestaltung von Knoten etc. In den letzten Jahren stiegen die Straßenverkehrsunfälle alarmierend an. Es ist sehr besorgniserregend, daß die Gesamtunfallzahl von 120 000 im Jahre 1975 auf zirka 200 000 im Jahre 1985 stieg. Die Zahl der Verkehrstoten stieg ebenfalls von 17 000 im Jahre 1975 auf 34 000 im Jahre 1985. Das menschliche Leid, die Invalidität sowie der damit verbundene volkswirtschaftliche Verlust fordern dringend eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung. Gefahrenstellen, an welchen die Unfallzahlen viel höher sind als auf dem übrigen Straßennetz (Unfallschwerpunkte), müssen daher in Verbindung mit Unfallverhütungsmaßnahmen vorrangig ermittelt werden.

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