FGSV-Nr. FGSV 001/13
Ort Nürnberg
Datum 10.10.1990
Titel Verkehrsorganisation in den Städten der neuen Bundesländer am Beispiel der Stadt Leipzig
Autoren H. G. Krämer
Kategorien Kongress
Einleitung

Der zunehmende Straßenverkehr der 70er- und 80er-Jahre in den Städten der ehemaligen DDR und der völlig unzureichende Ausbau der städtischen Straßennetze, vor allem der Hauptnetze, erforderten den Einsatz einer Vielzahl verkehrsorganisatorischer Maßnahmen, um den Bedarf an Beförderungs- und Transportleistungen zu befriedigen.
Zur Entwicklung des Verkehrsablaufs in der Einheit von Individualverkehr und öffentlichem Verkehr in dem vorhandenen Straßennetz der historisch gewachsenen Städte verfolgt die Verkehrsorganisation folgende Ziele:

– Erhöhung der Sicherheit und Flüssigkeit im Straßenverkehr.
– Intensivere Nutzung der vorhandenen und nur teilweise erweiterbaren Straßenverkehrsanlagen bei Bevorrechtigung des ÖPNV im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten.
– Erzielung eines möglichst hohen Effekts beim Einsatz der geringen zur Verfügung stehenden Mittel und Kapazitäten.
– Ausschöpfung aller Möglichkeiten zur Abdeckung des ruhenden Verkehrs vor allem in den Wohngebieten und den zentralen Bereichen der Städte.
– Gewährleistung annehmbarer Bedingungen für den Fußgänger- und Fahrradverkehr vor allem in den Relationen des Berufs- und Naherholungsverkehrs.
– Minimierung der vom Straßenverkehr verursachten Umweltbelastungen durch Verringerung der Wartezeiten an den Knotenpunkten und verbesserte Weg- und Vorwegweisung im Straßenhauptnetz.

Diese verkehrsorganisatorischen Zielstellungen wurden für die Städte im Osten Deutschlands in sogenannte „Verkehrskonzeptionen“ für den Zeitraum von 5 Jahren untergliedert. Begonnen wurde damit im Zeitraum 1975 bis 1980, zurzeit läuft die Verkehrskonzeption für den Zeitraum 1986 bis 1990 aus. In diesen Verkehrskonzeptionen wurden alle zur Verbesserung der Verkehrsorganisation notwendigen Baumaßnahmen aufgeführt und in die einzelnen Jahrespläne eingeordnet. Durch den chronischen Mangel vor allem an Baukapazitäten, in den letzten Jahren auch an finanziellen Mitteln, konnten jedoch nie alle Maßnahmen durchgeführt werden. Die nicht ausgeführten Bau- und Ausrüstungsvorhaben wurden dann in die Konzeption des nächsten 5-Jahres-Zeitraums übernommen und im Rahmen der nächsten Konzeption mit neuen Prioritäten eingeordnet.

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