FGSV-Nr. FGSV 001/13
Ort Nürnberg
Datum 10.10.1990
Titel Fahrbahnmarkierungen mit verbesserter Nachtsichtbarkeit bei Nässe
Autoren Hans-Hubert Meseberg, Reinhold Seliger
Kategorien Kongress
Einleitung

Fahrbahnmarkierungen ermöglichen insbesondere bei Dunkelheit eine kontinuierliche visuelle Führung der Kraftfahrer. Ein starker positiver Kontrast zu den dunkleren Fahrbahndecken sorgt für eine gute Erkennbarkeit der Fahrbahnmarkierungen. Ihre Nachtsichtbarkeit erhalten sie im Wesentlichen durch Reflexperlen, die in der Oberfläche eingebettet sind und das Scheinwerferlicht zum überwiegenden Teil in die Richtung der Lichtquelle zurückstrahlen. Den prinzipiellen Strahlengang in einer Reflexperle zeigt Bild 1. Der vom Scheinwerfer ausgesandte Lichtstrahl wird an der Grenze Luft/Reflexperle zum Mittelpunkt hin gebrochen, trifft auf die Rückseite der Reflexperle und wird dort an der Grenze zum Markierungsstoff diffus reflektiert. Ein Teil des Lichtes wird in die Richtung des einfallenden Strahls reflektiert und verläßt die Reflexperle genau in Richtung des anleuchtenden Kfz und gelangt somit ins Auge des Kraftfahrers. Diese Eigenschaft der Fahrbahnmarkierungen wird als Retroreflexion bezeichnet. Bei nasser Fahrbahn ändern sich die vorher beschriebenen Reflexionsverhältnisse grundlegend. Bei Regen bildet sich auf der Fahrbahn- und Markierungsoberfläche ein Wasserfilm aus. Das Scheinwerferlicht wird an der Oberfläche des Wasserfilmes vom Kfz weggespiegelt und kann nicht in die Reflexperlen eindringen (siehe Bild 2). Das hat zur Folge, daß die Fahrbahnmarkierung fast genauso dunkel wird wie die Fahrbahnoberfläche – sie ist damit nicht mehr erkennbar.

Bild 1: Schematische Darstellung der Retroreflexion in einer Markierungsglasperle bei trockener Fahrbahnoberfläche

Bild 2: Schematische Darstellung der Retroreflexion in einer Markierungsglasperle bei nasser Fahrbahn

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