FGSV-Nr. FGSV 001/13
Ort Nürnberg
Datum 10.10.1990
Titel Der Zustand des Straßennetzes der ehemaligen DDR und dessen Ursachen
Autoren Konrad Roßberg
Kategorien Kongress
Einleitung

Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR gibt es ca. 124.000 km klassifizierte Straßen. Bezogen auf die Fläche sind das 1,14 km/km2. Diese Netzdichte gewährleistet, auch bezogen auf europäische Verhältnisse, eine gute Verkehrserschließung. Nennenswerte Neubauten im Sinne von neuen Trassen werden nur als Netzergänzungen bei Autobahnen erforderlich sein. Neben den klassifizierten Straßen gibt es noch fast 1 km/km2 nichtöffentliche Straßen (land- und forstwirtschaftliche Wege, Industriestraßen), von denen nur wenige Prozent eine mit Bitumen oder Zement gebundene Befestigung aufweisen.
Von den klassifizierten Straßen sind über 67.000 km bituminös befestigt (Tabelle 1), das sind 54% der Länge. Betrachtet man die Fläche, dann sind es sogar 57,2%. Der Anteil der Pflaster- und Schotterbefestigungen in dieser Straßenkategorie ist mit 40 % noch sehr hoch, davon wird jedoch ein großer Teil in absehbarer Zeit eine bituminöse Deckschicht erhalten müssen.
Eine spezifische Aufgabe der Straßenbauverwaltungen bestand darin, den Bestand und Zustand von Straßen, Brücken, Stützmauern, Tunneln und Entwässerungseinrichtungen zu dokumentieren. Der Nachweis dafür wurde manuell in Straßen und Brückenbüchern geführt, der Aufbau einer EDV-Datenbank war eingeleitet. Die Bewertung des Zustandes der Straßenbefestigungen erfolgte hauptsächlich nach visuellen Merkmalen. Auf vielen Strecken wurden diese Ebenheitsmessungen mit einem dazu entwickelten Befahrbarkeitsmeßgerät untermauert. Mit diesem Meßgerät wurden die durch Unebenheiten erzeugten Schwingungen aufgenommen und mit einem Computer automatisch ausgewertet. Zusätzlich wurde auf ausgewählten Strecken mit einem kontinuierlich arbeitenden Meßgerät die Tragfähigkeit bestimmt. Die straff organisierte zentrale Berichterstattung ermöglichte Zustandsanalysen auf Autobahnen, Fernverkehrs- und Bezirksstraßen.

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