| Einleitung |
In der niederländischen Verkehrssicherheitspolitik hat die Vision eines „Dauerhaft sicheren Straßenverkehrs“ einen herausragenden Stellenwert erhalten. Diese Vision entstand Anfang der neunziger Jahre und wurde im Laufe der Zeit weiterentwickelt. In einem dauerhaft sicheren Straßenverkehrssystem ist die Unfallwahrscheinlichkeit aufgrund der Gestaltung der infrastrukturellen Elemente von vornherein drastisch eingeschränkt. Einer der Bereiche der praktischen Realisierung der Vision stellt die Formulierung und Durchführung des sogenannten Startprogramms Dauerhafte Sicherheit (Startprogramma Duurzaam Verilig) vom „Lenkungsausschuß Dauerhafte Sicherheit“ dar. Dieses Startprogramm bezieht sich auf den Zeitraum von 1998 bis zum Jahr 2001. Das Programm wurde von vier Parteien vereinbart: dem niederländischen Verkehrsministerium, den niederländischen Gemeinden, den niederländischen Provinzen und der Arbeitsgemeinschaft der Wasserverbände. Das Startprogramm umfaßt diverse Vereinbarungen, darunter die Entwicklung und Einführung eines Verkehrssicherheitsaudits (Road safety audit). Zweck des Instrumentes Verkehrssicherheitsaudit ist es, die infrastrukturellen Bedingungen für Verkehrssicherheit bereits während der Entwurfs- und Realisierungsphase der Verkehrsinfrastruktur möglichst perfekt „einzubauen“. Auf diese Weise lassen sich Unfälle verhüten und die Wahrscheinlichkeit sinkt, daß sich später erst die Gefährlichkeit einer bestimmten Verkehrslage herausstellt. Das Audit ist also als eine präventive Maßnahme zu sehen. Bei einem Audit handelt es sich demnach um ein formalisiertes, standardisiertes Verfahren, anhand dessen man in den einzelnen Stadien des Entwurfs und des Baus neuer Straßen und/oder Maßnahmen der Neustrukturierung bestehender Straßen zu einer unabhängigen Beurteilung der möglichen Folgen des Entwurfs für die Verkehrssicherheit kommen kann. Das Audit dient als Hilfsmittel, um noch während der Entwurfsphase und der Bauarbeiten potentielle Sicherheitsprobleme aufzudecken und anzuzeigen, wie diese Probleme beseitigt werden können.
In der niederländischen Verkehrssicherheitspolitik hat die Vision eines „Dauerhaft sicheren Straßenverkehrs“ („Sustainably safe road transport“) einen herausragenden Stellenwert erhalten (Koornstra und andere, 1990, Verkehrsministerium, 1996). Diese Vision entstand Anfang der neunziger Jahre und wurde im Laufe der Zeit weiterentwickelt. In einem dauerhaft sicheren Straßenverkehrssystem ist die Unfallwahrscheinlichkeit aufgrund der Gestaltung der infrastrukturellen Elemente von vornherein drastisch eingeschränkt. Und insofern sich noch Unfälle ereignen sollten, ist der die Schwere eines Unfalls bestimmende Prozeß so eingeschränkt, daß ernsthafte Verletzungen nahezu ausgeschlossen sind. Der Begriff „dauerhaft“ (in Englisch sustainable) ist mit dieser Vision verknüpft, da sie vom UN-Brundtland-Report (Our common future) beeinflußt worden ist und sich zum Ziel setzt, unseren Kindern kein Straßenverkehrssystem zu überantworten, das – weil es eine inhärent gefährliche Struktur besitzt – in den Niederlanden alljährlich Tausende von Toten und Zehntausende von Verletzten zu beklagen hat (1997 gab es in den Niederlanden 1163 Tote und beinahe 20 000 Verletzte, bei denen ein anschließender Krankenhausaufenthalt notwendig war). Für diese Vision wurden drei Sicherheitsprinzipien formuliert, die systematisch und konsequent, also landesweit, angewendet werden müßten:
– funktionelle Nutzung: die Vermeidung unbeabsichtigter Nutzung der Infrastruktur – homogene Nutzung: die Vermeidung allzu großer Unterschiede im Hinblick auf Geschwindigkeit, Richtung und Fahrzeugmassen bei mittleren bis hohen Geschwindigkeiten – vorhersagbare Nutzung: Vermeidung von Unsicherheit bei den Verkehrsteilnehmern
Diese Prinzipien wurden mittlerweile näher ausgearbeitet im „Handbuch Kategorisierung des Straßennetzes auf dauerhaft sicherer Grundlage“ (Handboek Categorisering wegen op daurzaam veilige basis, CROW, 1997). Einer der Bereiche der praktischen Realisierung der Vision stellt die Formulierung und Durchführung des sogenannten Startprogramms dauerhafte Sicherheit (Startprogramma Ouurzaam Veilig) vom Lenkungsausschuß dauerhafte Sicherheit (Stuurgroep Duurzaam Veilig, 1997) dar. Dieses Startprogramm bezieht sich auf den Zeitraum von 1998 bis zum Jahr 2001. Das Programm wurde von vier Parteien vereinbart: dem niederländischen Verkehrsministerium, den niederländischen Gemeinden, den niederländischen Provinzen und der Arbeitsgemeinschaft der Wasserverbände. Das Startprogramm umfaßt diverse Vereinbarungen, die darauf zielen, in der betreffenden Periode zu tatsächlichen gesetzlichen Maßnahmen zu kommen (beispielsweise die Vorfahrtsregelung an Kreuzungen, die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 Stundenkilometer auf Feldwegen außerhalb geschlossener Ortschaften, Mofas auf der Fahrbahn anstatt auf dem Radweg innerhalb geschlossenen Ortschaften) und eine Reihe vorbereitender Maßnahmen für die tatsächliche Realisierung eines dauerhaft sicheren Straßenverkehrs zu treffen (die funktionelle Kategorisierung des Straßennetzes). Außerdem wurden Abmachungen bezüglich der Verkehrskontrolle und einer besseren Verkehrserziehung getroffen. Und schließlich wurde die Entwicklung und Einführung eines Verkehrssicherheitsaudits vereinbart. Zweck des Instruments Verkehrssicherheitsaudit (nachfolgend kurz „Audit“ genannt) ist es, die infrastrukturellen Bedingungen für Verkehrssicherheit bereits während der Entwurf- und Realisierungsphase der Verkehrsinfrastruktur möglichst perfekt „einzubauen“. Auf diese Weise lassen sich Unfälle verhüten und es sinkt die Wahrscheinlichkeit, daß sich später erst die Gefährlichkeit einer bestimmten Verkehrslage herausstellt. Das Audit ist also als eine präventive Maßnahme zu sehen und fügt sich somit hervorragend in die Vision eines „Dauerhaft sicheren Straßenverkehrs“, bei der die Prävention im Mittelpunkt steht. |