FGSV-Nr. FGSV 001/17
Ort Leipzig
Datum 23.09.1998
Titel Neue Wege für die neuen Länder – Thesen zum Aufbau Ost
Autoren K.-H. Paqué
Kategorien Kongress
Einleitung

In seinem Festvortrag anläßlich der Eröffnung des Deutschen Straßen- und Verkehrskongresses am 23. September 1998 in Leipzig analysiert der Autor den wirtschaftlichen Zustand in den neuen Ländern. In der ersten Phase seit der Wiedervereinigung wurde viel erreicht hinsichtlich der Modernisierung des Immobilienbestandes, der Erschließung von Gewerbeflächen, der Verbesserung der Infrastruktur in Verkehr und Kommunikation sowie der Qualifikation von Arbeitskräften. Es ist normal und unvermeidlich, daß der Boom der Bauwirtschaft jetzt endet. Das Hauptproblem der neuen Länder bleibt der Arbeitsmarkt: Selbst unter günstigsten Voraussetzungen wird es noch geraume Zeit dauern, bis ein gesundes und expandierendes verarbeitendes Gewerbe die Schrumpfung der Bauwirtschaft in der Wirkung auf den Arbeitsmarkt überkompensieren kann. Es gibt weiterhin einen deutlichen Rückstand der Produktivität gegenüber dem Westen, im Durchschnitt rund 40 %. Dieser Rückstand wird sich auf kurze und mittlere Sicht nicht wesentlich verkleinern. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen, die sich nur auf längere Sicht beseitigen lassen. Der Staat kann und sollte eine gewisse Sonderförderung von Investitionen in der Region aufrechterhalten. Dabei sollte der Schwerpunkt auf die Milderung der objektiv verbleibenden Standortnachteile gelegt werden. Ansonsten muß die Regeneration der Region im Wesentlichen über marktwirtschaftliche Mechanismen geschehen, Mechanismen, die auf der Grundlage einer leistungsfähigen öffentlichen Infrastruktur Standortvorteile schaffen und damit Investitionen fördern und attrahieren.

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