| Einleitung |
Beim Thema Parkraummanagement herrscht eine deutliche Diskrepanz zwischen der praktischen Relevanz, dem gesicherten Forschungsstand und einem daraus abgeleiteten Stand an Empfehlungen, etwa in Regelwerken. Der Beitrag diskutiert aktuelle Fragestellungen des Parkraummanagements sowie die sich verändernden Rahmenbedingungen. Dabei spielen nachfrageseitige Entwicklungen beim MIV, etwa steigende Pkw-Bestände und größere Fahrzeuge, ebenso eine Rolle wie übergeordnete Zielsetzungen wie die Umverteilung urbaner Flächen. Zudem geht der Beitrag auf rechtliche Rahmenbedingungen ein, insbesondere im Hinblick auf die Novelle des Straßenverkehrsrechts, die neue Interpretationsspielräume eröffnet. In diesem Umfeld sind Empfehlungen für das Parkraummanagement, die ein Arbeitskreis der FGSV erarbeitet, dringend notwendig und sehr aktuell. Allerdings bestehen gravierende Forschungslücken, die von sehr grundsätzlichen Themen rund um das Parken, z. B. der Definition von Parkdruck oder psychologischen Faktoren beim Parksuchverkehr bis hin zu sehr praktischen Fragen, z. B. Detailregelungen von Stellplatzsatzungen, reichen. Vor diesem Hintergrund müssen praktikable Instrumente für ein effektives Parkraummanagement entwickelt werden, um politische Zielsetzungen zu unterstützen. Aber auch eine umfassende Kommunikation ist notwendig, um Akzeptanz für Maßnahmen zu schaffen.
Parkraummanagement dürfte zu den Verkehrsthemen mit der größten Diskrepanz zwischen Relevanz für die Planungspraxis einerseits und einem gesicherten Forschungsstand und daraus abgeleiteten Empfehlungen für die Praxis andererseits gehören. Zwar sind erhitzte stadtgesellschaftliche Diskurse um Parkraummanagement allgegenwärtig, jedoch gibt es oft keine wissenschaftlichen Befunde oder fachliche Leitlinien, die bei diesen Fragen helfen könnten. Diese Diskrepanz wurde auch im Zuge der Veröffentlichung der „Empfehlungen für Anlagen des ruhenden Verkehrs“ (EAR) deutlich, die sich vor allem auf entwurfstechnische Fragen des ruhenden Verkehrs konzentriert, was neben anderen Anlässen zur Initiierung des Arbeitskreises Parkraummanagement („Empfehlungen für das Parkraummanagement“ [EPM]) beitrug.
Dieser Beitrag zeigt aktuelle Entwicklungen und Fragen rund um das Parkraummanagement auf sowie die sich ergebenden Handlungsbedarfe. Viele dieser Punkte speisen sich aus der Arbeit des Arbeitskreises Parkraummanagement, der im ersten Abschnitt vorgestellt wird. Im Anschluss beleuchtet der Beitrag die sich verändernden Rahmenbedingungen rund um das Parken, die maßgeblich zum Handlungsdruck auch mit Blick auf Regelwerke beitragen. Anschließend geht der Beitrag auf die rechtlichen Rahmenbedingungen des Parkraummanagements im Wandel ein und befasst sich im Folgeabschnitt mit den sich aus diesen Veränderungen ergebenden Fragen und Handlungsbedarfen im Hinblick auf Forschung und Gremienarbeit. Besonders relevant ist dabei die augenblickliche Novelle des Straßenverkehrsrechts. Dieser Beitrag kann noch keine abschließenden Antworten rund um das Thema Parkraummanagement liefern, stattdessen zeigt er auf, wo aktuell besondere Empfehlungs-, Klärungs- und Forschungsbedarfe bestehen – auch deshalb, weil sich aktuell neue Möglichkeiten für das Parkraummanagement ergeben. |