Es ist ein wunderschönes imponierendes Bild, das Sie mit über 1 500 Anwesenden zur Eröffnungsfeier unseres Straßen- und Verkehrskongresses 1992 in der Hansestadt Hamburg bieten. Dazu ist es dem noch amtierenden Vorsitzenden der Forschungsgesellschaft ein letztes Mal vergönnt, Ihnen ein herzliches Willkommen zu entbieten.
Es wäre mir ein Bedürfnis, nach meiner 12jährigen Tätigkeit als Vorsitzender Sie alle namentlich zu begrüßen. Doch die dazu erforderliche Länge der Begrüßungsrede verbietet mir das, und so werden wir dem guten alten Brauch unserer Kongresse folgen und vor allen Dingen unsere Gäste begrüßen.
An ihrer Spitze begrüße ich den Senator für Bau- und Verkehrswesen der Hansestadt Hamburg, Herrn Eugen Wagner.
Mit besonderer Herzlichkeit heiße ich den Festredner unserer Eröffnungsveranstaltung, Herrn Prof. Dr. Paul Klemmer, den Präsidenten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen, willkommen.
Die Internationalität unseres Kongresses wird immer wieder durch die vielen ausländischen Gäste dokumentiert. Dieser Kongreß zeigt im besonderen Maße, daß es uns möglich ist, uns insbesondere nach Osten zu öffnen. Deshalb begrüße ich – und ich sage das mit vollem Bewußtsein – unsere Freunde aus Rußland, Herrn Polunovski, aus Polen Herrn Direktor Mazurek sowie die Vertreter aus Litauen, Slowenien, der Tschechoslowakei und Ungarn.
In diesem Falle weise ich noch einmal besonders auf die im September 1993 in Warschau mit Unterstützung der Forschungsgesellschaft stattfindende Ost-West-Europäische Straßenkonferenz hin.
In großer Zahl sind wieder unsere österreichischen Freunde erschienen, Ihnen sage ich ein herzliches Grüß Gott. Den Schweizer Gästen und Freunden rufe ich ein herzliches Grüetzi zu. Die anderen Nationen darf ich dem Alphabet nach begrüßen und herzlich willkommen heißen: Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Island, Niederlande, Schweden, Vereinigtes Königsreich, USA.
Ihnen wünsche ich einen angenehmen und unvergeßlichen Aufenthalt in dem neuen, in dem vereinigten Deutschland.
Selbstverständlich gibt es bei der Begrüßung keine Regel ohne Ausnahme. Dem Leiter der Abteilung Straßenbau im Bundesverkehrsministerium, unserem Mitglied Herrn Ministerialdirektor Dr.-Ing. Huber, gilt mein herzlicher Willkommensgruß und Dank, daß er gleich zu uns sprechen wird.
Die zweite Ausnahme ist die namentliche Erwähnung von Herrn Dipl.-Ing. Andreae, Vorsitzender der Bundesfachabteilung Straßenbau im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, der die gute Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung versinnbildlicht und der dankenswerterweise ebenfalls in unserer Eröffnungsveranstaltung sprechen wird.
Meine Damen und Herren! Zwei Jahre sind seit unserem letzten Kongreß in Nürnberg vergangen, der noch unter dem Eindruck der gerade 8 Tage alten Vereinigung der beiden deutschen Staaten stand. Wir standen erst am Anfang des Zusammenwachsens und mußten uns fachlich und menschlich noch zusammenfinden.
Heute sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Geschäftsstelle in Pankow bereits an der Vorbereitung und Durchführung dieses Kongresses beteiligt. Der Weg zur Normalität ist ein wesentliches Stück weitergekommen.
Dieser Kongreß, meine Damen und Herren, ist von seinen Themen aktuell und zeitgemäß.
Der Festvortrag von Herrn Prof. Klemmer mit dem Thema „Verkehrspolitische Herausforderung Deutschlands in den 90er Jahren“ ist einer der Beweise für diese These.
Die Ausführung zum Stand der Bundesverkehrswegeplanung in der Eröffnung und als besondere Vortragsreihe geben in Grundlagen, Methoden und Ergebnissen die Richtung der kommenden Verkehrspolitik wieder. Wenn diese auch nicht von der gesamten Bevölkerung getragen wird, so sprechen Fakten und heute bereits überholte Prognosen eine deutliche Sprache und zeigen auf, daß nur nach den darin festgestellten Grundsätzen die wirtschaftliche, menschliche und geistige Vereinigung gelingen kann.
Beispielhaft erlaube ich mir noch einige weitere Themen zu nennen, die die Notwendigkeit dieses Kongresses bezeugen, aber auch die bereits angesprochene Aktualität widerspiegeln.
Die „Anwendung der Entwurfsrichtlinie beim Um- und Ausbau der Straßen in den neuen Bundesländern“ ist für viele Teilnehmer Grundlage für ihre tägliche, schwierige Arbeit.
Der „Erhaltungsbedarf des kommunalen Straßennetzes“ ist sowohl in Ost wie in West ein dringend zu lösendes Problem.
Die Wege in das neue Europa sind auch für die Technik vorgezeichnet, und so steht sowohl im Straßenbau als auch in der Straßenausstattung die „Europäische Normung“ im Mittelpunkt zweier Vortragsreihen.
Aber auch die innerdeutschen Probleme sind noch vielfältiger Art, und so ist eine Behandlung der Themen „Verkehrskonzeption im Osten wie im Westen“ für viele Teilnehmer von großem Interesse.
Daß Straßenbauer nicht nur neue Straßen gestalten wollen, sondern sich auch um die Substanz bemühen, zeigt immer wieder, daß auf jedem Kongreß die „Erhaltung der Straßen“ ein wichtiges Thema ist.
Die „Verwendung industrieller Nebenprodukte“ ist ein Beitrag des Straßenbaus zur Bewältigung vieler Umweltprobleme. Vorstand und Geschäftsführung haben sich bemüht, ein interessantes Programm für die Begleitpersonen zusammenzustellen, und der Gesellschaftsabend soll wie immer alle Teilnehmer des Kongresses in fröhlicher und aufgelockerter Runde zusammenführen.
Mein Wunsch ist es, daß der Kongreß ein Ort der fachlichen und menschlichen Begegnung wird. Mit diesem Schlußwort eröffne ich den Kongreß. |