| Einleitung |
Anhand von Beispielen wird praxisbezogene Straßenerhaltung vorgestellt. Einbezogen sind nicht nur Asphaltstraßen, sondern auch Pflaster und Plattenbeläge einschließlich des gesamten Straßenraumes. Es werden die Organisation der Straßenerhaltung, die Finanzen und die wesentlichen Teilbereiche des PM und die dazugehörigen unterstützenden EDV-Programme erläutert. Diese beinhalten u. a. die regelmäßige Zustandskontrolle durch die Straßenkontrolleure mit Aufnahme von punktuellen und kleinflächigen Straßenschäden durch mobile Erfassungsgeräte (Handcomputer). Anschließend erfolgt die Übertragung der aufgenommenen Schäden zu den Einsatzwagen auf die Bauhöfe (bauliche Unterhaltung). Im Rahmen der betrieblichen Kontrolle wurde 1996 die erste messtechnische Zustandserfassung und -bewertung der Hauptverkehrsstraßen in Münster in Auftrag gegeben. In einer mit den Versorgungsträgern abgestimmten Aufgrabungsdatenbank werden sämtliche Aufgrabungen einschließlich aller Abnahmen und Gewährleistungsfristen geführt. Bauliche Kontrollen erfolgen während der Arbeiten durch die Straßenmeister und Straßenkontrolleure des Tiefbauamtes. Die jährliche Aufnahme der Instandsetzungsmaßnahmen für die Jahresausschreibungen der Pflaster- und Asphaltarbeiten erfolgt visuell und messtechnisch manuell einschließlich Zustandsbewertung und -erfassung mit Eingabe in eine Fotodatenbank durch die Straßenmeister. Die Festlegung der Erneuerungsmaßnahmen erfolgt nach visueller Einschätzung, immer wiederkehrender Schadensbeseitigung und Untersuchung des Oberbaues/Untergrundes. Besonderer Wert wird auf die bautechnische Überwachung und Qualitätskontrolle gelegt, die von besonderer Bedeutung für das Langzeitverhalten von Straßenbaumaßnahmen ist.
Das PM definiert sich für mich wie folgt: Managementsystem für die effiziente Durchführung der Straßenerhaltung mit Unterstützung von EDV-Programmen. Das Fundament für das Langzeitverhalten von Straßenbefestigungen wird schon bei der erstmaligen Erstellung gelegt.
Qualitätsbewusstsein, fachlich richtige Entscheidungen, konsequente Baustellenüberwachung, eine gut funktionierende Organisation der Straßenerhaltung, die Überwachung der Arbeiten der Versorgungsträger und optimierter Einsatz der Finanzen sind ausschlaggebend für den Substanzerhalt. Je rechtzeitiger Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden, umso kostengünstiger sind bekannterweise diese Maßnahmen.
Ca. 65 % der gesamten Länge des Straßennetzes der BRD sind kommunale Straßen und dieses Volksvermögen muss mit System erhalten werden. Die zu erhaltenden Pflaster- und Plattenbeläge (Geh- und Radwege, Fußgängerzonen, Parkplätze, Parkstreifen, Natursteinpflasterflächen u. a.), die ca. 35–40 % der gesamten kommunalen Straßenflächen ausmachen, müssen mit in ein praxisgerechtes Kontroll- und Bewertungssystem eingebunden werden und dürfen nicht vernachlässigt werden. Gerade hier ist im kommunalen Bereich aus haftungsrechtlichen Gründen auf sorgfältige Kontrollen und Erhaltung großer Wert zu legen. Im Folgenden werde ich am Beispiel der Stadt Münster in Kurzform erläutern, wie zurzeit eine praxisorientierte Organisation der Straßenerhaltung betrieben wird. |