| Einleitung |
Während der große Autobahnneubau in den alten Bundesländern weitgehend abgeschlossen ist, müssen in den neuen Bundesländern die vorhandenen Autobahnen saniert und ausgebaut und neue Autobahnen gebaut werden. Bei der Planung von Autobahnen in den neuen Bundesländern wurde schon sehr früh bei den ersten Ortsterminen das ökologische Konfliktpotenzial deutlich. Die schützenswerten und geschützten Arten, z. B. Fischotter, Biber, Birkhuhn, Raufußkauz, die man in den alten Bundesländern mehr aus der Literatur als aus der Begegnung in der Natur kennt, sind großflächig besonders in den landschaftlich unberührten Flächen der Flusstalmoore und Seenplatten in Mecklenburg-Vorpommern, im Landschaftsschutzgebiet Thüringer Wald, in den Niederungen der Elbe, Saale und Helme in Thüringen und in Sachsen-Anhalt sowie in den vielen ehemaligen militärischen Schutzzonen anzutreffen. Bei der Planung, Bauvorbereitung und Baudurchführung musste daher den Belangen des Natur-, Landschafts- und Umweltschutzes ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt werden. Aufgezeigt wird der schwierige Planungsablauf von der Linienfindung bis zur Baureife der Neubauprojekte in schützenswerten Landschaftsräumen und die Baudurchführung an typischen Beispielen. Als besonderes Problem in schützenswerten Landschaftsräumen wird die großräumige Zerschneidungswirkung einer Autobahn dargestellt und aufgezeigt, welche Vermeidungsmaßnahmen getroffen werden können und welchen Umfang die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erfordern. Abgerundet wird die Thematik mit der Darstellung der Problematik beim Bau der Thüringer Wald-Autobahn.
Während der große Autobahnneubau in den alten Bundesländern weitgehend abgeschlossen ist, müssen in den neuen Bundesländern die vorhandenen Autobahnen saniert und ausgebaut und neue Autobahnen gebaut werden. Zu den wichtigsten Autobahnprojekten zählen die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit mit einer Gesamtlänge von 2.000 km. Bei der Planung wird schnell das ökologische Konfliktpotenzial besonders bei den Neubauprojekten deutlich. Geschützte Arten, z. B. Fischadler, Fischotter, Biber, Birkhuhn, Rauhfußkauz, sind großflächig besonders in den landschaftlich unberührten Flächen der Flusstalmoore/Seenplatten in Mecklenburg-Vorpommern, dem Landschaftsschutzgebiet Thüringer Wald, in den Niederungen der Elbe, Saale und Helme sowie in den vielen ehemaligen militärischen Schutzzonen anzutreffen. Das Konfliktpotenzial, z. B. der A 20 Lübeck-Stettin, wird bereits aus der ökologischen Beurteilung zum gesamtdeutschen Verkehrsplan 1992 deutlich. Hier heißt es u. a.: „Das Untersuchungsgebiet der A 20 im Hinterland der Ostseeküste zeichnet sich durchgängig durch hohe bis sehr hohe Konfliktdichten aus. Die vielschichtige und überaus hohe Empfindlichkeit des Untersuchungskorridors lässt die Abgrenzung von konfliktarmen Korridoren nicht zu. Als besonders kritisch ist die Aneinanderreihung vielfach vernetzter wertvoller Niederungsgebiete und Flusslandschaften einzustufen. Dies führt in der großräumigen Gesamtbewertung erkennbar zu erheblichen Problemhäufungen von besonderem Gewicht.“ Bei diesen Erkenntnissen musste in allen Planungsphasen den Belangen des Natur-, Landschafts- und Umweltschutzes ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt werden. |