| Einleitung |
Es gibt eine Umfrage der Marktforschungsabteilung der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen zum Thema Energiesparen. Ein Fragenkomplex befaßt sich darin mit der Rangfolge gesellschaftlicher Probleme im Meinungsbild der Bevölkerung. Bei den Antworten ergab sich, daß die Probleme der Energieversorgung nach Arbeitslosigkeit, Terrorismus, Umweltschutz und Kriminalität an fünfter Stelle stehen. Das Thema Energieversorgung hat also nun mehr selbst in Nicht-Fachkreisen einen hohen Stellenwert.
Unter denen, die sich mit Energieproblemen heute befassen, sind nicht nur Energiefachleute, sondern verstärkt auch die Medien, Gewerkschaften, Pädagogen, Kirchen, Philosophen – vor allem aber Politiker, Regierungen und internationale Organisationen wie die EG, UNO, Weltbank, OECD und innerhalb der OECD vor allem die Internationale Energieagentur. Wie Sie wissen, war „Energie“ auch eines der herausragenden Themen auf dem jüngsten Weltwirtschaftsgipfel in Bonn.
Warum ist dieses Thema so aktuell geworden? Äußerer Anlaß war für die breite Öffentlichkeit die Ölkrise in 1973. Aber bereits vorher war vielen Verantwortlichen klar geworden, daß ein weiteres progressives Wachstum des Energiebedarfs unweigerlich zu Versorgungsproblemen in der gar nicht so fernen Zukunft führen müßte, sofern nicht rechtzeitig entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Der Weltenergiebedarf – vor allem der Bedarf der Industrieländer – hatte sich in einem relativ kurzen Zeit raum von 25 Jahren fast vervierfacht, und der Ölverbrauch allein wuchs in diesem Zeitraum fast um das Sechsfache. Die Drosselung des Ölexports der OPEC-Länder im Winter 1973/74 und die überdimensionalen Ölpreissteigerungen der OPEC, die ja auch entsprechende Preissteigerungen bei den übrigen Energieträgern nach sich zogen, machte den Energieverbrauchern bewußt:
Erstens, daß die Energiereserven nicht unerschöpflich sind; zweitens, daß die geographische Verteilung der Reserven große Risiken in sich birgt; drittens daß der nie zuvor da gewesene hohe Lebensstandard in den westlichen Industrieländern nur gehalten bzw. verbessert werden kann, wenn hinreichend Energie auch weiterhin verfügbar ist.
In der Dokumentation „Die Straße“ der Internationalen Road Federation lautet einer der Kernsätze: „Ohne Straßen können Staat, Wirtschaft und Gesellschaft nicht funktionieren“. Das läßt sich leicht abwandeln, denn es gilt gleichermaßen: „Ohne Energie können Staat, Wirtschaft und Gesellschaft nicht funktionieren“; denn sowohl Straßen als auch die Energieversorgung sind notwendige Komponenten des sozio-ökonomischen Gesamtsystems. |