FGSV-Nr. FGSV 001/18
Ort Hamburg
Datum 04.10.2000
Titel Entwicklung eines Management-Systems der Bauwerkserhaltung
Autoren P. Haardt
Kategorien Kongress
Einleitung

Das geplante umfassende Bauwerks-Management-System BMS beinhaltet alle Funktionen zur Durchführung des Erhaltungsmanagements. Grundlage ist die Erhebung und Bereitstellung von objektbezogenen Informationen. In Verbindung mit netzbezogenen Daten, Rahmenbedingungen und Restriktionen wird damit die Basis für Analyseprozesse bereitgestellt. Als Ergebnisse werden unter anderem Maßnahmenvorschläge, optimierte Programmplanungen und Angaben zum Finanzbedarf entwickelt. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist, dass einheitliche und kompatible Verfahren für alle beteiligten Verwaltungen bereitgestellt werden. Die Konzeption des BMS umfasst sieben Teilmodule, die in einer Reihe von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben realisiert werden. Der derzeitige Schwerpunkt besteht in der Entwicklung von Schädigungsmodellen, Maßnahmen- und Kostenkatalogen sowie von Analyseverfahren. Im Beitrag werden die einzelnen Realisierungsstufen erläutert sowie ein Überblick über die aktuellen Forschungsprojekte und geplanten Aktivitäten gegeben.

Im Netz der Bundesfernstraßen befinden sich über 35.000 Brückenbauwerke und eine große Anzahl weiterer Ingenieurbauwerke wie z. B. Tunnel, Stützwände, Lärmschutzeinrichtungen und Verkehrszeichenbrücken. Zur Gewährleistung einer nachhaltigen Mobilität ist die systematische Erhaltung dieser Bauwerke eine wichtige Aufgabe für den Baulastträger Bund und die Auftragsverwaltungen der Länder. Anzustreben ist die Sicherstellung des aktuellen Substanz- und Gebrauchswertes sowie des derzeitigen Sicherheitsstandards unter Berücksichtigung von Umweltgesichtspunkten. Dabei muss der Baulastträger Vorsorge treffen, die Kosten für die Erhaltung in wirtschaftlichen Grenzen zu halten.
Die dafür aufzustellenden Programme binden hohe Haushaltsbeträge. 1998 wurden bundesweit ca. 0,5 Mrd. DM für die Erhaltung der Ingenieurbauwerke aufgewendet. Prognosen des zukünftigen Bedarfs gehen von einer deutlichen Steigerung der Aufwendungen in einen Bereich von ca. 1,0 Mrd. DM pro Jahr aus, wenn der Zustand der Bauwerke auf dem heutigen Level gehalten werden soll. Die für die Bauwerkserhaltung zur Verfügung stehenden Finanzmittel sind jedoch begrenzt, was dazu führt, dass nicht alle erforderlichen Maßnahmen umgehend realisiert werden können. Die Aufgabe der für die Bauwerkserhaltung Verantwortlichen liegt darin, die Erhaltungsplanung unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Mittel und Ressourcen unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu optimieren. Voraussetzung für die komplexen Prozesse der Erhaltungsplanung sind bestmögliche netz- und objektbezogene Informationen.
Derzeit wird durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ein Bauwerks-Management-System (BMS) entwickelt, welches den Bund in die Lage versetzen soll, neben einem Überblick über den Zustand der Bauwerke auf Netzebene auch Aussagen zum Finanzbedarf zu erlangen und Strategien, Ziele sowie Rahmenbedingungen in der Erhaltungspraxis zu verwirklichen. Darüber hinaus sollen den Straßenbauverwaltungen der Länder Empfehlungen zur Durchführung von Maßnahmen auf Objektebene geliefert werden, die mit den Vorstellungen des Bundes vereinbar sind [1].
Das geplante umfassende BMS beinhaltet alle Funktionen zur Durchführung des Erhaltungs-Managements. Grundlage ist die Erhebung und Bereitstellung von objektbezogenen Informationen, z. B. zu Schäden und zum Zustand der Ingenieurbauwerke. In Verbindung mit netzbezogenen Daten, Rahmenbedingungen und Restriktionen wird damit die Basis für Analyseprozesse, z. B. Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Priorisierungen und Bedarfsermittlungen bereitgestellt. Als Ergebnisse werden Maßnahmenvorschläge, optimierte Programmplanungen und Angaben zum Finanzbedarf entwickelt.
Ein wichtiger Gesichtspunkt ist, dass einheitliche und kompatible Verfahren für alle beteiligten Verwaltungen bereitgestellt werden.

Im vorliegenden Beitrag werden die Konzeption des geplanten BMS beschrieben sowie die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen zusammenfassend erläutert.

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