Was bedeutet Griffigkeit? In dem aktuellen Diskussionspapier zur Bewertung der Straßengriffigkeit bei Nässe der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen [1] wird die Griffigkeit als die Wirkung der Rauheit der Fahrbahnoberfläche auf den Kraftschluß zwischen Reifen und Fahrbahn beschrieben. Mit anderen Worten, die sogenannte Sekundärgröße Griffigkeit (Bild 1) einer Fahrbahnoberfläche hängt von der Primärgröße Rauheit ab [2].
Bild 1: Auswirkungen der Rauheit einer Fahrbahnoberfläche, nach Huschek [2]
Die Griffigkeit der Fahrbahnoberfläche wird neben der Rauheit beeinflußt von der Dicke des Wasserfilms auf der Fahrbahn, den Eigenschaften und dem Zustand des Reifens, der Fahrgeschwindigkeit sowie der stofflichen Beschaffenheit der Oberfläche [3], Sie wirkt sich – unabhängig davon, ob es sich um Asphalt- oder Betondecken handelt – in besonderem Maße auf die Verkehrssicherheit aus. Diese Erkenntnis stammt nicht aus unseren Tagen. Die ersten Berichte über die Folgen einer unzureichend griffigen Straßenoberfläche liegen aus dem Ende des letzten Jahrhunderts vor. Beim Bau der ersten Betonstraße in Ohio, USA, wurden zum Beispiel etwa 10 x 10 cm2 große Quadrate in den plastischen Beton eingeprägt, um die Traktion für die Pferdehufe zu verbessern [4].
Die Rauheit beeinflußt jedoch auch die Lärmentwicklung auf einer Fahrbahnoberfläche. Dabei sind die Einflüsse oftmals gegenläufig. Das heißt, eine hohe Rauheit führt zu einer guten Griffigkeit, jedoch gleichzeitig zu einer hohen Lärmentwicklung und umgekehrt. Das bedeutet, es muß darauf geachtet werden, daß die derzeitigen Forderungen nach einer möglichst lärmarmen Fahrbahnoberfläche nicht zu Lasten der Verkehrssicherheit gehen. |