FGSV-Nr. FGSV 001/15
Ort Karlsruhe
Datum 19.10.1994
Titel Einsatzbereiche für Kreisverkehrsplätze
Autoren Werner Brilon
Kategorien Kongress
Einleitung

Kreisverkehrsplätze sind heute nicht mehr exotische Sonderlichkeiten der Verkehrsplanung, wie dies noch vor wenigen Jahren hier in Deutschland der Fall war. Sie haben sich inzwischen als ein ernsthaftes Instrument der Straßenverkehrstechnik durchgesetzt. Den Stand der Technik verkörpert eine Anlage, wie der in Bild 1 gezeigte Kreisverkehrsplatz in Brühl bei Köln.

Bild 1: Kreisverkehrsplatz in Brühl bei Köln

Bevor wir die technischen Einzelheiten erörtern, möchte ich jedoch noch ein wenig in die Vergangenheit ausholen. Es heißt allgemein, der erste Kreisverkehrsplatz überhaupt sei der Place Charles de Gaulle in Paris gewesen (Bild 2).

Bild 2: Place Charles de Gaulle in Paris. Die Kreisfahrbahn wird seit 1907 als Einbahnstraße betrieben. Heute wird der Zufluß zum Kreis durch Fußgänger-Lichtsignalanlagen in allen Zufahrten dosiert.

Diese Anlage wird seit 1907 als ringförmige Einbahnstraße durchfahren. Es gab auch schon vorher kleinere Anlagen in den USA als Kreuzung mit einer Säule in der Mitte, die man „sleeping policeman“ nannte (Todd, 1988, 1991). Selbstverständlich gab es auch vorher kreisförmige Plätze. Diese können jedoch als Kreisverkehrsplätze erst angesehen werden, seitdem der Verkehr über eine ringförmige Einbahnstraßenregelung abgewickelt wird (Bild 3). Für Deutschland wird in diesem Sinne immer noch der erste Kreisverkehrsplatz gesucht.

Bild 3: Brautwiesenplatz in Görlitz, erbaut 1899. Der kreisförmige EInbahnverkehr wurde erst später angeordnet.

Wenn man die Geschichte weiter verfolgt, so stellt man fest: Die Idee des Kreisverkehrsplatzes ist 1924 von den USA nach England exportiert worden. Dort wird sie bis heute gepflegt und mit großem Erfolg kultiviert.

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