FGSV-Nr. FGSV 001/16
Ort Düsseldorf
Datum 25.09.1996
Titel Begrüßung durch den Vorsitzenden der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen
Autoren Peter Holm
Kategorien Kongress
Einleitung

Meine sehr geehrten Damen und Herren, verehrte Gäste!

Als Vorsitzender der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen heiße ich Sie in Düsseldorf herzlich willkommen.

Wenn über 1000 Teilnehmer unseren Straßen- und Verkehrskongreß besuchen, stellt dies für mich sowohl ein Kompliment an diese Stadt dar als auch eine Anerkennung für unser Kongreßprogramm, das wir Ihnen in den nächsten Tagen anbieten.

Ich möchte über diese flotte und moderne Stadt mit ihrem pulsierenden Leben nicht viel sagen. Sie, Herr Bürgermeister Hardt, möchte ich hiermit ganz herzlich begrüßen. Und Sie, Herr Oberstadtdirektor Dr. Hölz, werden uns diese Stadt in eigenen Worten viel näherbringen und viel bessere Worte finden für diese schöne Stadt. Wir freuen uns, daß wir hier bei Ihnen im Orte tagen können, und dürfen bei dieser Gelegenheit kundtun, was Sie sicher gar nicht wissen und ich nur aus den Archiven gegraben habe, daß wir schon einmal 1952 mit unserer Straßenbautagung hier in dieser Stadt zu Gast waren, damals im Plenarsaal des Landtagsgebäudes. Ich nehme an, da gab es diese Räumlichkeiten hier noch gar nicht. Der damalige Landtagspräsident und Oberbürgermeister dieser Stadt – Herr Gockein – sagte in seiner Begrüßung, wir würden uns in Düsseldorf in einer Stadt befinden, die von ihren Gegnern und Nachbarn beneidet wird und die längst nicht alle Untugenden hätte, die man ihr andichten würde. Wir werden nun aus Ihren Worten hören, was Sie aus diesen Untugenden in 44 Jahren gemacht haben.

Mein besonderer Gruß, meine Damen und Herren, gilt den Vortragenden des heutigen Nachmittages. Unser Bundesverkehrsminister, Herr Matthias Wissmann, kann erst kurz nach 15.00 Uhr bei uns eintreffen. Wir haben deswegen den Festvortrag vorangestellt, und er wird danach zu uns sprechen. Stellvertretend für die Straßenbauverwaltungen der Länder, die so zahlreich hier vertreten sind, darf ich Herrn Ketteniß aus dem hiesigen Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand, Technologie und Verkehr herzlich begrüßen.

Meine Damen und Herren, mit großen Erwartungen heiße ich den Festredner, Herrn Prof. Dr. Hans-Jürgen Ewers von der Technischen Universität Berlin, recht herzlich in unserem Kreis willkommen.

Viele von uns kennen Ihre Veröffentlichungen, und wir sind gespannt auf die Fragen, die vielleicht und hoffentlich in Ihrem Vortrag eine Antwort finden werden. Denn die Fragen zu einer ausreichenden, aber dennoch auch bezahlbaren Straßenbaufinanzierung schieben sich immer stärker in den Vordergrund und sind natürlich eng begleitet von allen möglichen Vorschlägen zu Finanzierungskonzepten für den Ausbau und die Unterhaltung unseres Straßennetzes.

Sie, Herr Prof. Ewers, haben sich zu Fragen der Straßenbaufinanzierung wiederholt geäußert, und aus dem Wirrwarr der Entwicklungen hoffen wir, daß Sie uns einen erfolgversprechenden und auch praktikablen Weg aufzeigen werden.

Ich begrüße namentlich die Vertreter der beiden großen Bauverbände: Herrn Andreae, den Vorsitzenden der Bundesfachabteilung Straßenbau im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, und Herrn Frauenrath, den Vorsitzenden der Bundesfachgruppe Straßen- und Tiefbau im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. Sie, Herr Andreae, werden ja heute am Nachmittag noch zu uns sprechen.

Wir sind erfreut, meine Damen und Herren, daß – obwohl es ja ein nationaler Straßenkongreß ist – über 60 Teilnehmer aus 11 europäischen Ländern den Weg zu uns gefunden haben, und ich möchte Sie alle recht herzlich willkommen heißen.

Besonders begrüßen möchte ich aber doch die Delegationen, mit denen wir im deutschsprachigen Raum eng zusammenarbeiten.
So darf ich für die Forschungsgesellschaft für das Verkehrs- und Straßenwesen (FVS) in Österreich ganz herzlich den Vorsitzenden, Herrn Ministerialrat Dr. Prager, begrüßen und für die Vereinigung Schweizerischer Straßenfachleute (VSS) Herrn Prof. Heierli als Mitglied des Geschäftsleitenden Ausschusses der VSS. Die Schweizer Kollegen können mit ihrem Präsidenten nicht anwesend sein, da sie zeitgleich mit uns eine Veranstaltung haben.
Die FGSV sieht sich bestätigt in ihren Bemühungen um einen verstärkten Technologie-Transfer in die osteuropäischen Länder. Nach unserer überaus erfolgreichen Ost-West-Europäischen Straßenkonferenz in Warschau im September 1993 und unserer Mitwirkung bei der VII. Internationalen Budapester Straßenkonferenz Ende Mai dieses Jahres freuen wir uns, daß gerade aus diesen Ländern so zahlreiche Vertreter unter uns sind, und ich darf stellvertretend für die ungarische Delegation den Delegationsleiter Herrn Holnapy und zugleich auch meinen Kollegen Herrn Dipl.-Ing. Tombor, den Präsidenten der Ungarischen Gesellschaft für Straßenwesen, also der ungarischen Forschungsgesellschaft, unter uns begrüßen und für unsere polnischen Kollegen Herrn Dr. Sybilski.
Auch die Vertreter der übrigen europäischen Länder unter uns darf ich in diesen Gruß mit einschließen, Kollegen aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Finnland, Schweden, der Tschechischen Republik und Slowenien.

Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen hatte sich 1924 bei ihrer Gründung in Berlin (damals hießen wir noch STUFA) zum Ziele gesetzt, die wissenschaftlich, technisch und wirtschaftlich am Automobilstraßenwesen interessierten Kräfte zu einheitlicher Forschungsarbeit auf dem Gebiet des Automobilstraßenbaues zusammenzufassen und die praktische Anlage und Ausführung solcher Straßen zu fördern (Satzung § 2).
Diese Zielsetzung, auch wenn wir sie heute sicher mit etwas anderen Vokabeln beschreiben würden, ist hingegen im Grundsatz geblieben. Inhalte und Schwerpunkte haben sich in den 72 Jahren erheblich gewandelt und sind ständig verändert worden, ja, ich möchte sagen, haben sich in Teilbereichen gravierend weiterentwickelt.
Heute stehen unsere Straßenbautechnik und Verkehrsplanung auf einem hohen Stand. Revolutionäre Neuentwicklungen sind – ich wage hier einmal die Behauptung – in der nächsten Zeit nicht zu erwarten, aber es sind zahlreiche bautechnische und planerische Entwicklungen auf einem guten Wege. Unser Problem ist, daß dem ständig steigenden Mobilitätsbedarf, der leider nicht im erforderlichen Umfang auf die Schiene umgeleitet werden kann, stagnierende und insbesondere bei den Ländern und Kommunen sinkende Straßenbaumittel zur Verfügung stehen.
Aus dieser Situation heraus ist die Forderung nach einer Senkung der Standards in unseren Richtlinien nur zu verständlich. Dem Vollzug sind aber Grenzen gesetzt: einmal wegen der Aufrechterhaltung oder sogar noch gewünschten Steigerung der Verkehrssicherheit und insbesondere auch dadurch, daß wir mit einer ständig zunehmenden Belastung auf unseren Straßen zu rechnen haben. Wir haben Lösungsansätze hierzu auf unserer Gummersbacher Arbeitstagung 1994 herausgearbeitet und inzwischen vollzogen. Wir werden an diesem Problem auch ständig weiterarbeiten. Aber zum Beispiel zur Verkleinerung des 6-streifigen Autobahnquerschnittes auf einen RQ 35,5 haben wir heute noch nicht die Zustimmung aller erhalten können. Der Forderung der Verkehrsministerkonferenz, durch ein straffes Bearbeitungsverfahren eine zügige Anpassung der technischen Regelwerke an die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit anzustreben, dieser Forderung wollen wir gerne nachkommen.
Es ist nicht nur unsere Aufgabe, Richtlinien den technischen Entwicklungen anzupassen, sondern auch den wirtschaftlichen Bauweisen den Vorrang einzuräumen. Den Ausgleich für die fehlenden Straßenbaumittel werden wir aber damit sicher nicht erreichen. Wir können nur einen Beitrag leisten. Ich glaube, hier werden einfach manchmal zu hohe Erwartungen gestellt.

Dennoch meine ich, daß sich unsere Arbeitsergebnisse in den Arbeitsgruppen sehen lassen können. Wir wollen Ihnen die neuesten Entwicklungen und Forschungsergebnisse in den nächsten Tagen in 6 Vortragsreihen und einer Sonderveranstaltung präsentieren.

Meine Damen und Herren, mit der Fachausstellung „Straßen und Verkehr 2000“ begleiten wir unsere Vortragsveranstaltungen. 117 Aussteller werden die neuesten Entwicklungen in der Straßenbau- und Straßenverkehrstechnik vorstellen. Wir werden im Anschluß an den Vortrag unseres Verkehrsministers die Ausstellung gemeinsam eröffnen.

Tragen Sie, verehrte Anwesende, dazu bei, daß dieser Kongreß in den nächsten beiden Tagen nicht nur eine Stätte der fachlichen und menschlichen Begegnung wird, sondern wir auch Anregungen und Motivation für unsere künftige Arbeit nach Hause tragen können. 

In diesem Sinne wünsche ich unserem Kongreß einen guten Verlauf.

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Die Begrüßung ist im Volltext als PDF verfügbar.