FGSV-Nr. FGSV 001/10
Ort Mannheim
Datum 10.10.1984
Titel Untersuchung alternativer Baustoffe auf ihre Verwendbarkeit und Umweltverträglichkeit
Autoren Rolf Leutner
Kategorien Kongress
Einleitung

Der Einsatz alternativer Baustoffe im Straßenbau ergibt zwangsläufig eine Konkurrenzsituation zu den bisher verwendeten natürlichen (mineralischen) Baustoffen aus Baggerseen, Gruben und Steinbrüchen. Diese werden im Rahmen umfangreicher und anspruchsvoller Regelwerke bezüglich ihrer Beschaffenheit und der daraus resultierenden Eignung in verschiedene Güteklassen eingeteilt und unter strenger Überwachung vermarktet ([1], [2] und [3]). Eine jahrzehntelange bautechnische Bewährung in der Praxis, die diese umweltverträglichen natürlichen Baustoffe für sich beanspruchen dürfen, können nur die wenigsten alternativen Materialien aus der Verwertung von Abfallstoffen und industriellen Nebenprodukten vorweisen.

Eine der wenigen Ausnahmen hiervon ist z. B. die Hochofenschlacke, die als erprobtes, kalkulierbares Material anerkannt ist (siehe [4] und [5]). Diese Anerkennung gilt aber nicht pauschal für alle Schlacken oder das, was oft fälschlicherweise als Schlacke bezeichnet wird.

Die Palette der alternativen Angebote ist gerade im kommunalen Straßen- und Wegebau sehr breit gefächert:

– wiederzuverwendende Baustoffe aus dem Rückbau von Verkehrsflächen, von Hoch- und Tiefbauten

– Rückstände aus der Verbrennung von Hausmüll und Klärschlamm

– Aschen aus Verbrennungsprozessen in Kraft- und Heizwerken

– Flugaschen, Filterstäube

– Schmelzkammergranulat aus Kohlenstaubfeuerungen

– Nebengesteine aus der Gewinnung und Aufbereitung von Steinkohle und Erzen, Bergbaurückstände

– Flotationsrückstände der Industrie

– Strahlsande, Schleif- und Polierrückstände, Stäube

– Formsande aus Gießereien

– Gummigranulat, Altglas

– Sedimentationsrückstände von Flüssen und Häfen

– Vorsiebmaterial, Abraumhalden, Überschußsande und nicht zuletzt

– Bodenaushub, der gerade in letzter Zeit wohl zum größten Sorgenkind der Kommunen geworden ist.

Auftragnehmer und Auftraggeber sind infolge der außerordentlichen Vielfalt häufig überfordert und auf die Hilfe zuverlässiger und sachkundiger Prüfstellen angewiesen.

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