FGSV-Nr. FGSV 001/28
Ort Dortmund
Datum 05.10.2022
Titel Poster 03 - Nachhaltige und resiliente Asphaltbeläge – Ein Beitrag zum Arbeits-, Klima- und Ressourcenschutz
Autoren Dr.-Ing. Daniel Gogolin, Dipl.-Ing. Manuel Hülsbömer
Kategorien Kongress
Einleitung

Dekarbonisierung des deutschen Verkehrssektors:
Modellierungsergebnisse zu möglichen Pfaden und Szenarien

Grundlage:
Technologie-Mix-Szenario

Dieses Szenario beschreibt einen möglichen Technologiepfad hin zur Erreichung der Klimaneutralität Deutschlands im Jahr 2045. Dabei wird ein gemischtes Technologieportfolio unterstellt, d.h. keiner der drei möglichen klimaneutralen Energieträger (Strom, Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe) wird besonders bevorzugt.

Annahmen zur Flottenentwicklung:

•    Verschärfung der Flottengrenzwerte für Pkw und Lkw
•    Starke Erhöhung des CO2-Preises (2030: 200 EUR/t)
•    Ausbau Ladeinfrastruktur (Strom und H2) für Pkw und Lkw bis 2035 abgeschlossen
•    Technologiekosten Batterie: 90 EUR/kWh bis 2030
•    Umweltprämie für Pkw gemäß Stand 2021

Annahmen zur Verkehrsnachfrage:

•    Anstieg der Pkw-Nutzungskosten bis 2030 durch steigende Energiekosten und CO2-Preis
•    Moderate Förderung des ÖPNV, der Bahn und des Radverkehrs insbesondere in Städten
•    Keine weitreichende Interventionen und Politikmaßnahmen zur besonderen Förderung der Mobilitätswende

Einordnung der Ergebnisse im Technologie-Mix-Szenario:

Emissionen und Endenergieverbrauch:

•    Endenergienachfrage im Verkehr sinkt um ca. 50%, vor allem aufgrund des höheren Wirkungsgrades von E-Fzg.
•    Flüssige Brennstoffe ab 2045 CO2-neutral (synthetisch + Biomasse)
•    Vollständige Dekarbonisierung des Verkehrssektors bis 2045, aber:
•    Sektorale Emissionsminderungsziele werden kurz- und mittelfristig (bis 2030) nicht erreicht, was zu einer Anpassung und weiteren Verschärfung der Ziele führt

Flottenentwicklung:

•    Im Pkw-Sektor sind BEVs die dominante Antriebstechnologie der Zukunft
•    PHEV nur mittelfristig als „Brückentechnologie“ relevant
•    FCEV unter optimistischen Annahmen erst langfristig wettbewerbsfähig
•    2045 noch über 7 Mio. Verbrenner im Bestand, die mit synthetischen Kraftstoffen versorgt werden müssten
•    Antriebswende später, dafür aber schneller im Lkw-Sektor
•    Sowohl BEV als auch FCEV im Lkw-Sektor relevant

Verkehrsnachfrage:

•    Keine nennenswerte modale Verlagerungen
•    Leichter (Personenverkehr) bzw. moderater (Güterverkehr) Anstieg der Verkehrsnachfrage erwartet
•    Motorisierter Individualverkehr sowie Straßengüterverkehr weiterhin dominant trotz spürbarer Preissteigerungen durch CO2-Preis
•    Reine Antriebswende hat sehr geringe Auswirkungen auf die Verkehrsnachfrage

Optionen zur Beschleunigung der Dekarbonisierung im Verkehr:

Schnellere Antriebswende:

Möglichkeiten:

•    Schnellerer Ausbau der Ladeinfrastruktur (dem Bedarf vorausgehend bis spätestens 2030 abgeschlossen)
•    Schnellere Kostendegression bei Batterien
•    Niedrigere Strompreise
•    Verschärfung der EU-Flottengrenzwerte und Verbrennerneuzulassungsverbot ab 2035
•    Erhöhung der Kaufprämien für (kleine) E-Fzg. bis 2025
•    Bonus-Malus-System bei der Kfz-Neuzulassung ab 2025

Verkehrs- und Mobilitätswende:

•    Emissionseinsparungen könnten ebenfalls durch Verlagerung und Vermeidung vom MIV erreicht werden
•    Mehrere Maßnahmen wurden auf ihre Wirksamkeit untersucht
•    Nennenswerte Einsparungen sind bspw. durch den kostenfreien ÖPNV oder durch eine flächendeckende Pkw-Maut möglich

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