Im Zusammenhang mit der Forderung nach einem wirtschaftlichen Einsatz der vorhandenen Geldmittel gewinnt die Bewertung der in den städtischen Verkehrsbereichen geplanten Maßnahmen zunehmend an Gewicht. Erschwerend kommt hierbei hinzu, daß die Abschätzung der Auswirkungen teilweise bereits die Grundlage für die Mittelbeantragung und -bewilligung darstellt. Die Bewertung muß daher vor der Installation erfolgen, und sie wird sich um so schwieriger gestalten, je komplexer die Maßnahme und das Anwendungsgebiet werden.
An dieser Stelle empfiehlt sich der Einsatz eines Simulationsmodells, da hiermit erreicht werden kann, daß
a) die Auswirkungen einer einzelnen Maßnahme gesondert nachgewiesen werden können,
b) die Auswirkungen von Änderungen in baulicher, betrieblicher und verkehrlicher Hinsicht schnell und vor allem vor der technischen Realisierung und deren Kosten ermittelt werden können,
c) allein hiermit die Effektivität bestimmter Quelle-Ziel-orientierter Lenkungsmaßnahmen – wie sie das Parkleitsystem oder die Alternativrouten-Steuerung darstellen – überprüft werden kann.
Ein entsprechendes Simulationsmodell SIMNET – SIMulationsprogramm für StraßenNETze – wurde in den letzten 10 Jahren am Institut für Verkehrsplanung und Verkehrswegebau, Fachgebiet Straßenplanung und Straßenverkehrstechnik der Technischen Universität Berlin entwickelt. Es wurde an zahlreichen Aufgaben auf seine praktischen Einsatzmöglichkeiten hin überprüft und steht nun für derartige Untersuchungen zur Verfügung.
Mit Hilfe dieses Simulationsmodells SIMNET kann der Verkehrsablauf in einem im Rechner nachgebildeten Straßennetz nachvollzogen werden. Dabei beruht der Verkehrsablauf auf der Behandlung einzelner Fahrzeuge, wobei z. Z. nach den Fahrzeugtypen Pkw, Lkw und Linienbussen unterschieden wird.
Das Straßennetz wird dabei als ein System von Einbahnstraßen mit allen notwendigen Beschreibungsmerkmalen verstanden. Hierzu zählen z. B. die Streckenlänge, die Anzahl durchgehender Fahrstreifen, zusätzliche Aufstellspuren, die Fahrstreifenmarkierung/-nutzung im Zufahrtbereich sowie die Verknüpfung mit den anderen Einzelstrecken am Knotenpunkt. |