FGSV-Nr. FGSV 001/15
Ort Karlsruhe
Datum 19.10.1994
Titel Ansprache des Verkehrsministers des Landes Baden-Württemberg
Autoren Hermann Schaufler
Kategorien Kongress
Einleitung

Ich darf Sie als Verkehrsminister, der sich „nur“ mit dem Verkehr beschäftigen muß oder darf, sehr herzlich in Baden-Württemberg, also im „Ländle“, willkommen heißen. Es ist für uns eine Ehre, daß Sie zu uns gekommen sind. Ein Fachkongreß mit 1 200 Teilnehmern und über 100 ausländischen Gästen ist ja nicht alltäglich.
Ich darf Ihnen die herzlichen Grüße unseres Ministerpräsidenten überbringen und die herzlichen Grüße des Präsidenten des Landesfremdenverkehrsverbandes, der ich gleichzeitig bin. Somit begrüße ich Sie in Doppelfunktion. Das unaufhaltsame Verkehrswachstum in der Vergangenheit und spürbar auch heute stellt eine riesige Herausforderung für die zukünftige Verkehrspolitik dar. Ich bin sehr glücklich darüber, daß man endlich wieder über Verkehrspolitik redet und nicht verschämt irgendwelche Barrieren wegräumt, wenn gerade eine Straße gebaut und hergestellt worden ist. In den Köpfen beginnt die Politik, und Köpfe haben auch immer damit zu tun, daß Politiker präsent sind und sich zu dem bekennen, was sie tun müssen. Und da habe ich manchmal den Eindruck gehabt, daß sich einige in der Vergangenheit – vor allem im Straßenbau – nicht so offen dazu bekannt haben, was infrastrukturell in ihren Ländern notwendig ist.
Ohne ein langfristiges Gesamtverkehrskonzept würden wir unausweichlich in diesen vielzitierten Verkehrsinfarkt steuern. Und wir müßten zwangsläufig vor den Umweltbelastungen des Verkehrs kapitulieren. Das hat nicht immer mit Wahrheit und Nachvollziehbarkeit der Daten zu tun in einer so demokratischen und aufgeklärten Gesellschaft. Das hat auch manchmal damit zu tun, daß man oft erst beweisen kann, wenn man mit einer Arbeit fertig ist, daß man richtig lag, und vorher mit allen Ängsten kämpfen muß, die sich peripher um Prozesse und Projektierungen herum ergeben. Oberstes Ziel einer zukunftsorientierten Verkehrspolitik muß es unseres Erachtens sein, eine dauerhaft umweltverträgliche Mobilität für unsere Bürger, aber vor allem für unsere Wirtschaft zu sichern. Und dabei müssen wir von einem weiteren Verkehrszuwachs ausgehen. Wie wir ihn gestalten, ist eine andere Frage.

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Die Begrüßung ist im Volltext als PDF verfügbar.