FGSV-Nr. FGSV 001/16
Ort Düsseldorf
Datum 25.09.1996
Titel Längsebenheit von Straßen – Anforderungen und Grenzwerte im Hinblick auf Abnahme, Gewährleistung und Erhaltung
Autoren Eckhard Kempkens
Kategorien Kongress
Einleitung

Das Technische Komitee „Oberflächeneigenschaften“ des Welt-Straßenverbandes (PIARC) hat geometrische Unregelmäßigkeiten der Straßenoberfläche im Bereich von 0,5 bis 50 m als Unebenheiten definiert. Als Abweichungen von der „geplanten“ Trassierung sind sie unerwünscht, jedoch nicht völlig zu vermeiden.
Das bedeutet, daß es im mathematischen Sinn eigentlich keine Ebenflächigkeit auf Straßen gibt. Eine Beurteilung der Ebenheit läuft somit immer auf eine Erfassung und Bewertung von Unebenheiten hinaus. Das flächige Problem wird hierbei auf eine linienmäßige Betrachtung von Profilschnitten in Längsrichtung und in Querrichtung reduziert. Demnach spricht man von Unebenheiten im Längsprofil und Unebenheiten im Querprofil.
Unebenheiten im Längsprofil sind im folgenden Gegenstand unserer Betrachtungen. Sie gehören sowohl vom Standpunkt der Verkehrsteilnehmer als auch in Bezug auf die Nutzungsdauer zu den wichtigen Eigenschaften einer Straßenbefestigung. Unebenheiten in Längsrichtung regen fahrende Fahrzeuge mit Beschleunigungskräften in Vertikalrichtung zu Schwingungen an. Hierdurch werden Fahrkomfort und Fahrsicherheit sowie die Beanspruchung von Straße und Ladegut nachteilig beeinflußt. Zudem erhöhen sich in der Regel Treibstoffverbrauch und Fahrzeuggeräusch. Hieraus leitet sich – unter Einbeziehung von Wirtschaftlichkeitsfragen – die Forderung nach einer größtmöglichen Ebenheit der Straße während der gesamten Nutzungsdauer ab. Dies kann dadurch erreicht werden, daß die Anfangsebenheit hoch sowie die Verformbarkeit der Straßenbefestigung möglichst gering ist. Bei deutlich zunehmender Unebenheit müssen rechtzeitig Erhaltungsmaßmahmen durchgeführt werden. Dies verlangt eine objektive meßtechnische Erfassung zum Zeitpunkt der Abnahme, zum Zeitpunkt des Ablaufs der Verjährungsfrist für die Gewährleistung sowie im Zuge einer periodischen Zustandsüberwachung.

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