Die Qualitätssicherung – eine der Grundvoraussetzungen des technischen Lebens und demnach auch einer sicheren, benutzergerechten, wirtschaftlichen wie auch umweltfreundlichen Straße – hat aus drei Gründen an Aktualität gewonnen:
– Ständig steigende Verkehrsbeanspruchung;
– Begrenzung der Haushaltsmittel;
– Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von hochwertigen Baustoffen und Bindemitteln.
Bereits vor zehn Jahren, anläßlich des XV. Weltstraßenkongresses in Mexiko, wurden in vielen Ländern, auch bei uns, die Systeme der Qualitätskontrollen und Prüfungen im Straßenbau sowie die Höhe des hierfür erforderlichen Aufwandes im Verhältnis zu Gesamtkosten untersucht; in der Konferenz-Diskussion in Mexiko wurden Berichte aus 15 Ländern erörtert [1]. Auf dem deutschen Straßenkongreß 1976 in Mainz wurde der Wunsch geäußert, daß vertieft auch der Frage nachgegangen werde, welcher Bezug zwischen den Prüfverfahren und dem Gebrauchsverhalten der Baustoffe in der Straße bestehe [2]. Die Entwicklung von Bewertungsverfahren für den Gebrauchswert der Straße im Zusammenhang mit der Entwicklung und Einführung von neuen Prüf- und Kontrollverfahren wurde 1977 im Rahmen der Systematik der Neuentwicklungen angesprochen [3], und einen der Schwerpunkte der Tagung der Arbeitsgruppe „Asphalt- und Teerstraßen“ 1979 bildeten die Beiträge über die Aussagefähigkeit von Prüfverfahren sowie ihre Mängel und Probleme [4] [5]. Neuen Anstoß gab in den letzten Jahren das Aufkommen alternativer Baustoffe – Recycling-Stoffe, industrielle Nebenprodukte, Abfallstoffe, marginale natürliche Mineralstoffe – und die Einordnung ihrer Eigenschaften, Möglichkeiten und Grenzen in das bestehende Qualitätssystem.
Im Sommer 1984 wurde in einem Kolloquium der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen in Seeheim die Qualitätssicherung diskutiert mit dem Ziel, eine Bestandsaufnahme durchzuführen, anstehende Probleme aufzuzeigen und auf gegebenenfalls erforderliche Änderungen hinzuweisen [6]. |