Es ist gestattet, die Thematik, den Stoff und die Gliederung etwas dramaturgisch aufzubereiten. Zweifellos ist das Thema der Kunstgattung des Schauspiels zuzuordnen, hoffentlich nicht der Tragödie oder der Tragikomödie, eher schon der des Dramas, denn dramatisch geht es teilweise auf diesem „Feld der Ehre“ schon zu. Ziel der Regie sollte es aber immer sein, daß am Ende ein strahlender Held steht, am besten in unseren Reihen.
Ort der Handlung unseres Dramas:
Die Stadt- oder Landkreisregion mit einem Straßennetz in geschlossener Ortslage und einem erheblichen Teil von freien Strecken.
Die Personen und ihre Darsteller:
Vor allem Straßenbaufachleute (Ingenieure und Techniker) in Kommunalverwaltungen, in Landkreisen, Städten und Gemeinden, aber auch in den staatlichen Bauverwaltungen.
Ziel der Handlung und damit Thema:
Beschaffung von Massenbaumaterialien und Beseitigung von Bauabfall in ausreichender Quantität und Qualität unter weitgehender Schonung der natürlichen Situationen.
Mehr als bisher haben sich beide an der Bauabwicklung beteiligten Vertragspartner nicht nur um Grundsatz-, sondern auch um Einzelfragen zu kümmern, die abseits der eigentlichen Erbringung der Bauleistung in sach- und fristgerechter Form liegt. Dazu zählen bei allen Ingenieurprojekten, ob beim Bau von Straßen, Kanälen oder Vorflutern, die Beschaffung von Massenbaumaterialien und die Beseitigung von Bauabfall.
„Massenbaumaterialien“ sind
– Füllboden
– Sand
– Kies
– Natursteine u. a. m.
Bei Großbauvorhaben werden die Gesamtkosten in entscheidendem Maße von den Einstandskosten für die benötigten Massenvolumina beeinflußt; man tut deshalb gut daran, die Erkundung sorgfältig und kostenbewußt anzugehen, weil die fortgeschrittene Mechanisierung der Baustellen nennenswerte Unterschiede in den Herstellungsaufwendungen kaum noch zulassen.
Der Begriff „Bauabfall“ ist weit schwieriger zu definieren; die etwas abwertende Terminologie „Abfall“ soll stellvertretend für all die Dinge stehen, die – auf welche Weise auch immer – von der Baustelle entfernt werden müssen. Diese Aktion braucht nicht unbedingt am Ende der Bauphase zu stehen; oft ist die Beseitigung des Bauabfalles die Voraussetzung für den Beginn oder weiteren Bauvollzug.
Zum „Bauabfall“ im weiteren Sinn sind deshalb zu zählen:
– Erdaushub
– Bauschutt
– Straßenaufbruch u. a. m.
In früheren Zeiten waren allein kurze Transportentfernungen für die Preisfindung dieser Teilleistungen entscheidend; das gilt in begrenztem Umfang auch für die heutigen Bauprojekte. Es muß jedoch angemerkt werden, daß die Ablagerung von „unbrauchbaren Stoffen“ (Motto: „Dreck ist Materie am falschen Ort“) in jüngster Vergangenheit wachsende Schwierigkeiten bereitet, so daß die wirtschaftlichste – sprich billigste – Lösung dieses Einzelproblems teilweise allein über die Vergabe des Auftrages an den Bieter A oder B entscheidet. Die Zeiten, in denen Schuttkuhlen oder andere Wasserlöcher bedenkenlos zugekippt werden konnten, sind vorbei. Teilweise ist das Pendel jedoch auch zur „anderen Seite“ ausgeschlagen, endend in der Unmöglichkeit, kerngesunden Boden in annehmbarer Entfernung von der Baustelle zu deponieren. Überall wird Dioxin vermutet, überall tun sich Feuchtigkeitsbiotope auf.
Es erscheint mir sinnvoll, die komplizierte Problematik durch eine
Gegenüberstellung von Thesen und Antithesen
zu durchleuchten.
Neuere Formen der Gruppenpädagogik mit dem Ziel einer kritischen Würdigung schwieriger Sachzusammenhänge weisen darauf hin, daß zuerst stets extreme Positionen, ausgedrückt in These und Antithese, erarbeitet werden müssen, um die ganze Bandbreite möglicher Alternativen und Varianten darzustellen und daraus nach sorgfältiger Abwägung aller Positiva und Negativa die Synthese zu entwickeln. |