FGSV-Nr. FGSV 001/10
Ort Mannheim
Datum 10.10.1984
Titel Aktuelle Aufgaben im Kommunalen Straßenbau (Einführung)
Autoren Reinhold Liebich
Kategorien Kongress
Einleitung

Schon einmal – im April 1982 – hatte die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen mit dieser Thematik die Fachleute des kommunalen Straßenbaues zu einem Kolloquium in Seeheim zusammengeführt. Es fand seinerzeit starke Beachtung. Lange – zu lange – hatte bis dahin der Stadtstraßenbau im Schatten der großen Vorhaben des Fernstraßenbaues gestanden. Das Ergebnis der Darlegungen in den vielfältigen Referaten des Seeheimer Kolloquiums war für die Forschungsgesellschaft Anlaß, sich nunmehr verstärkt den Problemen zuzuwenden, die den Großteil der Arbeit der Straßenbaufachleute in unseren Gemeinden und Gemeindeverbänden bei der Ausführung von Straßenbauprojekten im Bereich der Bautechnik ausmachen. Getragen wird diese Bereitschaft von der Erkenntnis, daß die Aufwendungen für den gemeindlichen Straßenbau mehr als die Hälfte der gesamten Straßenbaumittel im Bundesgebiet erfordern. Dies läßt sich auch in absoluten Zahlen verdeutlichen. Im Jahre 1980 wurden rd. 9 Mrd. DM für den kommunalen Straßenbau eingesetzt, bei 17,7 Mrd. DM Gesamtinvestitionen im Straßenbau der Bundesrepublik Deutschland.

Auch wenn zur Zeit die Realität bei unseren kommunalen Finanzen anders aussieht, so ist doch für die Zukunft immer noch ein gewaltiger Investitionsbedarf akut. Nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Urbanistik und des Deutschen Städtetages wurde für den kommunalen Straßenbau in den Gemeinden und Kreisen für die Jahre 1975 bis 1990 der Bedarf an Investitionsmitteln auf insgesamt 138 Mrd. DM, das sind 9,25 Mrd. DM jährlich, geschätzt. Hinzu treten noch die umfangreichen Aufgaben der Erhaltung des vorhandenen Straßenbestandes.

Diese gewaltigen Bauleistungen verteilen sich entsprechend der Zahl der Gemeinden und Gemeindeverbände auf ca. 11 000 Bauverwaltungen, die voneinander unabhängig tätig sind. Dabei besteht jedoch durch die Einordnung des Straßenbaues in die Menge der kommunalen Aufgaben eine starke Abhängigkeit von den finanziellen Möglichkeiten der einzelnen Gemeinde. Was dies bedeutet, brauche ich wohl heute nicht besonders zu betonen – wir merken es jeden Tag. Aber gerade deshalb ist es ganz besonders wichtig, daß wir Straßenbauer immer wieder daran denken, daß der finanzielle Bedarf unserer Projekte und Konstruktionen letztlich auf den möglichen Umfang unserer Arbeit zurückwirkt.

PDF
Volltext

Der Fachvortrag zur Veranstaltung ist als PDF verfügbar.