Die nahezu vollständige Abhängigkeit des Straßenverkehrs vom Energieträger Erdöl haben wir durch die Ölkrise vor über zehn Jahren als ein Schlüsselerlebnis erfahren. Auch wenn dieses Erlebnis durch die Normalisierung der Versorgung seitdem weitgehend verdrängt wird, ist unterschwellig ein Unbehagen geblieben. Vielleicht ist dadurch erklärlich, daß Diskussionen um Kraftstoffeinsparungen im Straßenverkehr manchmal etwas Irrationales anhaftet, daß sich hier Wunschvorstellungen, vielleicht bestimmte Interessenlagen oder auch nur der Ärger über die täglich erlebten Ampelstopps in die Betrachtung mischen. Es fällt auch nicht leicht, im auf und ab der Angebotssituation mehr Sicherheit zu gewinnen. Wenn weit mehr als die Hälfte der Ölprodukte energetisch gar nicht im Sektor Verkehr verbraucht wird, ist es schwierig, einzelne Sparmaßnahmen im Straßenverkehr in ihrer Wertigkeit richtig einzuordnen.
Die Kommission „Energie und Verkehr“ hat sich zum Ziel gesetzt, Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs realistisch einzuschätzen und nicht isoliert an Einzelmaßnahmen oder an Ausnahmefällen zu werten. Dabei werden auch Konflikte zwischen Einsparmaßnahmen und anderen Zielen herausgestellt. In diesem Sinne wird im folgenden auf Einsparmöglichkeiten durch die Einsatzbedingungen und Betriebsweisen der Verkehrsmittel eingegangen.
Die Kraftfahrzeuge selbst sind durch Verringerung ihrer spezifischen Verbrauchswerte seit 1978 im Durchschnitt um mehr als 15 % sparsamer geworden. Damit hat die Automobilindustrie einen beachtlichen Beitrag zur Kraftstoffeinsparung erbracht. Dabei ist bemerkenswert, daß sich in diesem Zeitraum in Fortsetzung eines längerfristigen Trends Hubraum und Leistung nahezu linear nach oben entwickelt haben.
In diesem Zusammenhang sind u. a. zwei Fragen von Interesse:
– Werden die angebotenen Sparmöglichkeiten nun realisiert?
– Wie wirken sich Bedingungen des Straßenraums, des Verkehrsablaufs und des Fahrerverhaltens auf die Verbräuche aus?
Zwischen den genannten Einflußfaktoren bestehen deutliche Wirkungszusammenhänge. Vor allem in der Art der Verkehrsregelung, durch die Verkehrsabläufe steuerbar sind, wird in der Öffentlichkeit ein Schlüssel zur Kraftstoffeinsparung gesehen. |