FGSV-Nr. FGSV 001/15
Ort Karlsruhe
Datum 19.10.1994
Titel Begrüßung durch den Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe
Autoren G. Seiler
Kategorien Kongress
Einleitung

Karlsruhe ist im Jahre 1715 auf dem Reißbrett entstanden. Da gab es einen Markgrafen, der wollte seine Ruhe haben – daher Karlsruhe – und dann hat er etwas hingezeichnet, das war ein Schloß, das heute noch steht, und er hat Radiallinien auf das Schloß zulaufen lassen, das sind die berühmten Radialstraßen, die unseren Fächergrundriß der Stadt bestimmen. Wenn Sie so wollen, haben damals schon die Straßen das Gesicht unserer Stadt geprägt. Ich freue mich deshalb ganz besonders, Sie heute zum Deutschen Straßen- und Verkehrskongreß hier in Karlsruhe begrüßen zu dürfen, der erstmalig bei uns ist und hoffentlich nicht zum letzten Mal.
Was will ich von der Stadt sagen: Sie hat 280 000 Einwohner, sie ist mäßig wohlhabend, hier sitzen die höchsten deutschen Gerichte, der Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht. Hier können wir Kongresse abhalten in diesem Kongreßzentrum, da haben wir nicht nur viele Räume, sondern auch die Gelegenheit, etwas auszustellen. Karlsruhe will sich gern als das Zentrum der Technischen Wissenschaften bezeichnen, denn die Forscherdichte in diesem Bereich ist die höchste in Deutschland. Das hängt damit zusammen, daß wir eine Technische Universität haben, die älteste Technische Hochschule Deutschlands, daß hier das Kernforschungszentrum und die Fraunhofer-Gesellschaften und viele andere Einrichtungen angesiedelt sind. Auch in der Vergangenheit waren wir mit der Technik und mit dem Verkehr verbunden, beispielsweise Freiherr Karl Drais von Sauerbronn hat hier zum erstenmal ein Laufrad bewegt, das ist der Vorgänger des Fahrrads. Aber ich kann Ihnen versichern, es ist viel leichter Fahrrad zu fahren als das Laufrad. Karl Benz ist hier geboren und hat hier an der Universität studiert, er ist dann nach Mannheim gegangen; wir sind den Mannheimern deshalb nicht gram.
Was soll ich Ihnen noch sagen? Eine Menge von Problemen haben wir. Vielleicht können Sie uns manche lösen helfen. Einmal der ruhende Verkehr, dann haben wir den fließenden oder besser gesagt den stockenden Verkehr in den Städten. Eine Besonderheit haben wir in Karlsruhe, hier wurde zum erstenmal ein Zwei-System-Fahrzeug erprobt: Das ist eine Straßenbahn, die hier bei uns in der Stadt fährt, aber die auch weiterfahren kann. Unsere Straßenbahn, die ist so eingerichtet, daß sie auch eine anders gespannte DB-Leitung von der Deutschen Bahn benutzen kann. So waren unsere Straßenbahnen schon in Zürich und in Stuttgart. Wir können also überall in das Land hinausfahren. Der Regionalverkehr, er ist ein Mekka, wenigstens jener, die im Regionalverkehr etwas zu tun haben. Aber ich verspreche Ihnen, es ist ein Gerücht, daß wir auf dem TGV über Straßburg nach Paris fahren wollen.

Meine Damen und Herren, Sie haben hier Ihren Kongreß, wir wünschen Ihnen viel Erfolg und hoffen, daß wir auch etwas davon profitieren können.

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Volltext

Der Begrüßungstext zur Veranstaltung liegt als PDF vor.