| Einleitung |
Professoren, vor allem die der mittelalterlichen Geschichte, dürfen etwas weltfremd sein und brauchen sich vor Anreden nicht zu fürchten, sie dürfen sie sich schenken und in einem solchen Falle sagen:
Hochansehnliche, festliche Versammlung!
Professoren pflegen vor einem Referat zu versichern, daß das Thema viel zu groß sei, um in 30 Minuten abgehandelt zu werden. Es brauche dazu vielmehr einer 4-Wochenstunden-Wintervorlesung. Man fragt sich dann, ob ihre Weltfremdheit so weit gehen darf, daß sie dennoch das Thema übernommen haben.
Ich ändere einfach die Überschrift. Nicht „Die Verkehrswege in ihrer geschichtlichen Entwicklung“, sondern eher professoral: Bemerkungen zu, ... Studien über, ... Gedanken zu ... Jetzt heißt es nur noch: „Verkehrswege und geschichtliche Entwicklung.“ Das ist etwas ganz anderes.
Zur Einführung etwas, was an sich, gerade in Ihrem Kreis, selbstverständlich ist und gar nicht erwähnt zu werden braucht: Nämlich diese ganz enge, täglich zu erlebende Verflechtung von Straße im weitesten Sinne, von Verkehrsweg, politischem Geschehen und wirtschaftlichem Geschehen, von der Entwicklung eines Raumes, einer Gemeinschaft, einer Gesellschaft, eines Volkes, eines Erdteils. Diese Zusammenhänge ergeben sich zum ersten aus der Geografie. Die vorgegebenen, durch Jahrhunderte unveränderten geographischen Verhältnisse gelten ja für die Römer sowie für uns. Ich habe zehn Beispiele dafür gesammelt, eines davon werde ich Ihnen nachher erzählen. |