| Einleitung |
Der Straßenverkehr ist ein offenes System. Die Bewegungen der Elemente, Fußgänger und Fahrzeuge, werden nicht nach einem übergeordneten Plan determiniert und geregelt, sondern sind das Ergebnis millionenfacher, individuell getroffener Einzelentscheidungen und Handlungen. Die Systemkomponenten Fahrer, Fahrzeug, Straße, Verkehrsinformation und Verkehrsorganisation, deren Zusammenwirken erst den Straßenverkehr ergeben, werden aber nicht gemeinsam, schon gar nicht zentral bearbeitet oder betreut, sondern nebeneinander, jede mehr oder weniger für sich allein, behandelt [1].
Wenn eine komplexe Maschine, wie z. B. das Automobil, aus vielen Einzelteilen und Einzelaggregaten zusammengesetzt ist, dann werden Wert und Bedeutung jedes Teils daran gemessen, wieviel es zur Funktion des Ganzen beiträgt. Und wenn an einem System, wie dem Straßenverkehr, nicht nur Zehntausende von Menschen, sondern auch ganz unterschiedliche Disziplinen und sogar viele Organisationen arbeiten und dabei alle, Fahrzeugbauer, Straßenbauer, Gesetzgeber und Exekutive, ziemlich unter sich bleiben, dann gibt es nur einen Weg, um Konvergenz aller Einzelmaßnahmen zu erreichen:
Es müssen übergeordnete, von allen anerkannte Prinzipien definiert werden, anhand derer jeder die Angemessenheit und den Zielerfüllungsgrad einer aktuellen Einzelmaßnahme prüfen kann.
Es ist das Ziel dieses Beitrags, solche Grundprinzipien zu formulieren und daraus Forderungen an die Komponenten Fahrzeug, Straße, Organisation und Fahrer abzuleiten. |