| Einleitung |
Die Verkehrsplanung in Leipzig steht angesichts der gegenwärtig mehr oder weniger ungesteuerten Situation im Verkehrsablauf, des desolaten Zustandes der Verkehrsinfrastruktur, der Bausubstanz und der Umwelt sowie des sozialen Umfeldes auf der Kippe zwischen Hoffnung, Nostalgie und Verzweiflung. Niemand von uns war auf die neue politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung wirklich vorbereitet und so kommt es, daß zur Zeit auch der Verkehr in Leipzig nur durch ein Krisenmanagement bewältigt werden kann. Gewiß hat auch die Stadt- und Verkehrsentwicklung in Leipzig Jahrzehnte verloren, aber darin könnte auch die Chance gesehen werden, daß mancherlei Gefahren für die Stadtentwicklung abgewendet wurden, wenn man an die fast autogerechten Städte mit gigantischen Eingriffen in erhaltenswerte Bausubstanz der 60er Jahre denkt. Damit sollen die Fehler der sozialistischen Ära keinesfalls heruntergespielt werden, wie zum Beispiel die totale Zerstörung der Umwelt durch den Braunkohleabbau nördlich und südlich Leipzigs, die nur noch eine Stadtentwicklung in Ost-West-Relation zuließ oder die großflächige Schaffung monostrukturierter Wohngebiete am westlichen und östlichen Stadtrand (Grünau und Paunsdorf), die uns Verkehrsplanern schon vor der gesellschaftlichen Wende durch starke einseitig gerichtete Berufsverkehrsströme zu schaffen machten.
Gewiß gibt es so oder so keine perfekten Verkehrslösungen, auch nicht für Leipzig, aber man sollte die Vorzüge einer Stadt und ihrer Bürger erkennen und aktivieren sowie das Sein und Bewußtsein auch im Verkehrsverhalten unter sozialen Aspekten wieder zusammenführen. |