FGSV-Nr. FGSV 001/14
Ort Hamburg
Datum 21.10.1992
Titel Europäische Normen für Baukalk für den Straßenbau
Autoren B. Oppermann
Kategorien Kongress
Einleitung

Baukalke werden im Straßenbau vorwiegend zur Bodenverbesserung und Bodenverfestigung eingesetzt. Baukalke verbessern und verfestigen Böden des Untergrundes und des Unterbaues von Straßen, Wegen und anderen Verkehrsflächen. Ihre Definitionen sowie Anforderungen sind zur Zeit in der DIN 1060 Teil 1 „Baukalk; Begriffe, Anforderungen, Lieferung, Überwachung“ sowie in den zugehörigen Prüfnormen der DIN 1060 Teil 2 „Chemische Analyseverfahren“ und Teil 3 „Physikalische Prüfverfahren“ festgelegt.

Die Erarbeitung einer Europäischen Norm für Baukalke erfolgt aufgrund des vorläufigen Mandates vom 22. 9. 1990 sowie der Resolution 107 des CEN-TC 51 „Zement und Baukalk“ auf der Sitzung in Zürich 1988. Die Arbeiten werden in der Arbeitsgruppe 11 „Baukalk“ unter deutscher Leitung (Sekretariat DIN) durchgeführt.

Einleitend sei darauf hingewiesen, daß die DIN 1060 und auch der vorliegende Europäische Normentwurf für Baukalke in erster Linie Regelungen für die Verwendung von Baukalk als Bindemittel in Putz und Mauermörtel beinhaltet. In den Normen sind jedoch auch die Anforderungen für die Anwendung im Straßenbau enthalten.

Die Europäische Normung ist bei den Bindemitteln im TC 51 „Zement und Baukalk“ im Vergleich zu anderen Produktgruppen schon relativ weit vorangekommen. Dies wurde gerade im vorangegangenen Beitrag sehr deutlich. Für Baukalke ist zur Zeit die formelle Endabstimmung über folgende Schlußentwürfe eingeleitet: prENV 459 Baukalk Teil 1: Defi nitionen, Anforderungen und Konformitätskriterien sowie prEN 459 Baukalk Teil 2: Prüfverfahren. Das Ergebnis dieser Endabstimmung ist voraussichtlich zum Jahreswechsel zu erwarten. Während bei den Prüfnormen bereits die Abstimmung zu einer europäischen harmonisierten Norm EN erfolgt, hat sich das TC 51 auf seiner letzten Sitzung dafür ausgesprochen, die Stoffnorm für Baukalke ebenso wie für Putz- und Mauerbinder zunächst als europäische Vornorm ENV herauszugeben. Die Gründe für die ENV Baukalk statt einer EN lagen insbesondere in dem Fehlen eines endgültigen Mandats sowie in den offenen Fragen hinsichtlich der Führung des CE-Zeichens und der Regelung des Konformitätsnachweises. Hinzu kommt, daß nach Abschluß der Beratungen in der WG 11 von einigen Ländern neue Vorschläge zur Zusammensetzung und Klassifizierung der Hochhydraulischen Kalke vorgetragen wurden. Hier sind daher vor Herausgabe einer EN noch Diskussionen auf europäischer Ebene erforderlich.

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Der Fachvortrag zur Veranstaltung ist als PDF verfügbar.