| Einleitung |
Die Kenntnis von der zukünftigen Mobilitätsentwicklung ist für die Verkehrsplanung von zentraler Bedeutung, sei es, um ein entsprechendes Verkehrsangebot bereitzustellen oder um unerwünschten Entwicklungen entgegentreten zu können. Die Mobilität wird in der Regel durch die Wegehäufigkeit/Person und Tag, Tageswegedauer und Tageswegelänge pro Person repräsentiert. Als wesentliche Einflußgröße zeigen sich die Gruppe der soziodemographischen Einflußfaktoren, der Siedlungsstruktur, Verkehrsmittelverfügbarkeit und Einflüsse der Arbeitswelt (Arbeitszeit usw.). Am Beispiel des Zentralraumes Salzburg wird aufgezeigt, daß die Wegehäufigkeit von 1982 bis 2011 um rund 9 % primär als Folge der Arbeitszeitverkürzung und verbesserten Verkehrsmittelverfügbarkeit zunehmen wird. Die Tageswegedauer wächst mit 13 % stärker. Die größte Zunahme weist die Tageswegelänge mit 21 % als Folge der dezentralen Siedlungsentwicklung auf.
Mobilität ist ein Maß für die Durchführung von außerhäuslichen Ortsveränderungen. Hierbei sind verschiedene Typen von Mobilität zu unterscheiden:
– Zwecksmobilität, um an verschiedenen Standorten diversen Tätigkeiten im Sinne der 5 Daseinsgrundfunktionen (Wohnen, Arbeiten, Bilden, Versorgen und Erholen) nachzugehen. Diese Art der Mobilität ist quantitativ mit mehr als 90 % die bestimmende Größe für die Verkehrsplanung, beinhaltet jedoch den Wirtschafts-, Berufspendler-, Ausbildungspendler- und Versorgungsverkehr sowie teilweise den Freizeit- und Erholungsverkehr. – Erlebnismobilität, bei der das "Unterwegssein", mit oder ohne Fahrzeug, das eigentliche Ziel des Weges ist. Hierzu sind das Spazierengehen, Freizeitradfahren, Motorradfreizeitfahren usw. zuzurechnen. Quantitativ spielt diese Art von Mobilität eine untergeordnete Rolle.
Mobilität kann aus raum- und verkehrsplanerischer Sicht in "erzwungene" und "freie" Mobilität eingeteilt werden:
– Von Zwangsmobilität spricht man dann, wenn z. B. der Wohnstandort mit zentralen Einrichtungen nicht ausreichend ausgestattet ist, sodaß längere Wege in Kauf genommen werden müssen (z. B. kein Arbeitsplatz am Wohnort, nicht vorhandene Nahversorgung usw.). Es ist das anerkannte Ziel, Zwangsmobilität zu verhindern. – Mobilität zur Erhöhung des individuellen Freiheitsspielraumes, z. B zur freien Wahl des Arbeitsplatzes, wird als positiv empfunden, wenn auch daraus umweltmäßige Beeinträchtigungen für andere entstehen können.
Mobilität als ein Erscheinungsbild der Verkehrsnachfrage, steht in der Wechselbeziehung zum Verkehrsangebot (Verkehrsinfrastruktur) und zur Umwelt. Deshalb ist die Kenntnis über die Einflußfaktoren und Entwicklungstendenzen für die Verkehrsplanung von wesentlicher Bedeutung. Die nachfolgenden Ausführungen beschränken sich auf den werktägigen Personennahverkehr. |