FGSV-Nr. FGSV 001/8
Ort Berlin
Datum 29.10.1980
Titel Maßnahmen zur Energieeinsparung bei der Produktion bituminösen Mischgutes
Autoren J. Hagemann
Kategorien Kongress
Einleitung

1979 mußte die Bundesrepublik Deutschland 226 % mehr für Ölimporte bezahlen als vor der ersten Ölkrise 1973. Dabei blieb die Einfuhrmenge von 150 Mio. Tonnen unverändert. Die Erdgasimporte waren 1979 650 % teurer als 1973, hier allerdings stieg die Einfuhrmenge um 147 % von 19 auf 47 Mrd. m3.

Auch die jüngere Preisentwicklung zeichnet ein ähnliches Bild. Die Preise für Heizöl und Butan stiegen von 1976 bis 1980 jeweils um über 100 %, und Erdgas verzeichnete innerhalb nur eines Jahres von 1979 bis 1980 eine Verteuerung um 20 %.

Diese enormen Preissteigerungen verdeutlichen, welchen Stellenwert die Einschränkung des Verbrauchs und – nach Möglichkeit – die Substitution teurer Importenergie für ein hochentwickeltes Industrieland wie die Bundesrepublik Deutschland erhalten haben.

So stellt die industrielle Nutzung von Energieträgern für die verschiedenen Industriezweige eine Herausforderung dar.

Auf die Produktion von Asphalt-Mischgut bezogen, lassen sich bei der Analyse von Asphalt-Mischanlagen erhebliche Energieeinsparungen erzielen.

Anhand der folgenden Grafik sei abstrahierend dargestellt, welche Energie wo benötigt wird, um bituminöses Mischgut zu produzieren:

Bild siehe PDF

Wie Sie sehen, entfallen in der Energiebilanz der Mischgutproduktion ca. 90 % des erforderlichen Energiebedarfs auf die Wärmeenergie und ca. 10 % auf elektrische Energie (Stromkosten). Von der Reduzierung des effektiven Wärmebedarfs und der Anhebung des thermischen Wirkungsgrades bei verbesserter Wartung und Bedienung von Mischanlagen sind daher die größten Energiekosteneinsparungen zu erwarten.

Da dem Wärmebedarf der Trockentrommel der höchste Stellenwert zukommt, möchte ich am Beispiel der Trockentrommel zeigen, wie Energiekosten eingespart werden können. Aus der Energiebilanz (Input = Output) ergibt sich die Formel für den Heizölbedarf wie folgt:

Formel siehe PDF

Wenn es also gelingt, den Zähler dieser Formel sehr klein und den Nenner sehr groß werden zu lassen, wird weniger Heizöl gebraucht und folglich Energie eingespart.

Der Wirkungsgrad der Trockentrommel n, der ja sehr groß werden soll, ist im folgenden näher anzusehen.

Wirkungsgrad der Trockentrommel:

Formel siehe PDF

Im folgenden soll mit Werten aus der Praxis die Heizölersparnis (durch 100° C Abgastemperatursenkung) nachgewiesen werden:

Formel siehe PDF

Bild 1: Isolierte Trockentrommel

Bild 2: Zuführung von vorgewärmter Verbrennungsluft

Setzt man als Verbrauch für die Trocknung 90 kWh/t Mischgut an, so bedeuten die zu Beginn genannten Preiserhöhungen
bei Heizöl: 2,40 DM/t
bei Butan: 2,40 DM/t
bei Erdgas: 0,40 DM/t.

Hervorgerufen durch diese Kostenexplosion fehlt es nicht an gutgemeinten Ratschlägen.

Diese Mehrkosten für unser Mischgut bedeuten (soweit wie möglich), die Energie sparsamer, wirtschaftlicher und sinnvoller als bisher einzusetzen.

Hierfür sind eine Fülle von Maßnahmen möglich, von denen ich Ihnen heute einige aufzeigen möchte, die den Energie haushalt einer Asphaltmischanlage verbessern können unt die vom Aufwand her als realistisch angesehen werden dürfen:

PDF
Volltext

Der Fachvortrag zur Veranstaltung ist als PDF verfügbar. Das PDF enthält alle Bilder und Formeln.