FGSV-Nr. FGSV 001/8
Ort Berlin
Datum 29.10.1980
Titel Bau und Erhaltung von Betonstraßen im Hinblick auf Baustoff- und Energieeinsparung
Autoren Franz-Otto Schuster
Kategorien Kongress
Einleitung

Das Thema Baustoff- und Energieeinsparung ist für die Ingenieure nicht neu. Es wird heute allerdings in wesentlich größerem Maße diskutiert, denn die finanziellen Möglichkeiten werden geringer, aber auch eine Baustoff- und Energieverknappung zeichnet sich ab.

Schon immer versuchte man, Betonstraßen so wirtschaftlich wie möglich, d. h. kostengünstig zu bauen. Ab 1970 ist die konstruktive Ausbildung von Betondecken erheblich vereinfacht worden. Diese Vereinfachungen bestanden im Verzicht auf Flächenbewehrung, untere Fugeneinlagen, Papierunterlage und Raumfugen und hatten hohe Einsparungen zur Folge, die den Wettbewerb der einzelnen Befestigungsarten untereinander begünstigten. Gegenüber der bis 1970 üblichen Bauweise sind durch die Vereinfachung bis zu 25 % der Baukosten eingespart worden, ohne daß sich dadurch, soweit das bis jetzt nach zehnjähriger Liegedauer der ersten Strecken beurteilt werden kann, die Erhaltungskosten wesentlich erhöht hätten. Diese kostengünstige, raumfugen- und bewehrungslose Bauweise hat Eingang in die „Richtlinien für den Straßenoberbau – Standardausführungen“ (RStO 75) [1] gefunden.

In den letzten zwanzig Jahren hat man, wenn auch indirekt, außerdem dadurch sparsamer gebaut, daß trotz höherer Verkehrsbelastungen die gleichen Konstruktionsdicken beibehalten wurden. So wurde vor Einführung der RStO 75 eine Betondecke 22 cm dick gewählt, wenn zehn Jahre nach der Verkehrseröffnung der Querschnitt von mehr als 1 000 Lkw bzw. 10 000 Pkw pro Tag befahren wurde. In den RStO 75 ist dagegen derselben Dicke von 22 cm eine Verkehrsbelastung von mehr als 3 000 Lkw pro Tag vom Tage der Verkehrseröffnung an zugeordnet.

Bild 1: Oberbau mit Fahrbahndecken aus Beton nach den „Richtlinien für den Straßenoberbau – Standardausführungen“ RStO 75

Der Oberbau von Betonfahrbahnen für die Bauklassen I bis III (Bild 1) besteht nach den RStO 75 aus der 20 bzw. 22 cm dicken, bewehrungs- und raumfugenlosen Decke mit Scheinfugenabständen von 5,0 m, einer zementgebundenen oder bituminös gebundenen Tragschicht oder Verfestigung und der ungebundenen Frostschutzschicht, sofern der Unterbau oder Untergrund selbst nicht frostsicher ist. Diese Bauweise wird die „klassische Bauweise“ genannt. Der Begriff soll seiner Einfachheit halber weiter benutzt werden. Bei der Diskussion weiterer Einsparungsmöglichkeiten wird von dieser „klassischen Bauweise“ ausgegangen.

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