FGSV-Nr. FGSV 001/8
Ort Berlin
Datum 29.10.1980
Titel Situation der Straßenbauwirtschaft und ihr Beitrag zum Umweltschutz zu Beginn der 80er Jahre
Autoren H. Berneburg
Kategorien Kongress
Einleitung

Die Situation des Straßenbaus und damit auch die Situation der Straßenbauwirtschaft hat sich 1980 mit dem Blick auf 1981 bis 1990 gegenüber 1970 gewaltig geändert.

Wenn in der Nachkriegsära bis zum Amtsantritt des Bundesverkehrsministers Lauritzen der Ausbau unseres Straßennetzes als eine entscheidende Errungenschaft unserer modernen Gesellschaft galt, als ein maßgeblicher Beitrag der wirtschaftlichen Kraft, als ein Ausdruck einer fortschrittlichen Mobilität, als ein kennzeichnendes Symbol unseres Jahrhunderts angesehen wurde, so muß man heute – obwohl sich die Prognosen für und die tatsächliche Zunahme des Verkehrs keineswegs geändert haben – eine von weiten Bereichen der Gesellschaft ausgehende Verteufelung des Straßenbaus erkennen, die diesen als überflüssige, die Umwelt zerstörende Geißel der Menschheit darzustellen versucht.

Wir müssen feststellen, daß sich diese Gesinnungsänderung, obwohl verstärkt Auto gefahren wird und sich auch Straßenbaugegner keineswegs konsequent gegen die Autoproduktion wenden, auf politische Entscheidungen zum Straßenbau ausgewirkt haben.

In dieser Straßenbauära der Wechselbäder dient mein Vortrag zunächst der Orientierung. Um den Kurs nicht zu verlieren, d. h. Schaden an volkswirtschaftlich wertvollen Investitionen zu erleiden, bedarf es dieser Orientierung. Mit den Investitionen meine ich an dieser Stelle die Einrichtungen der vor allem mittelständischen Betriebe und ihrer vorgelagerten Industrien, die das Handwerkszeug von ca. 250 000 Mitarbeitern darstellen. Nehmen wir die Arbeitsplätze unserer Auftraggeber hinzu, so sind hier mehr als 300 000 zu vertreten.

Diese Ausführungen sollen Aufschluß geben über die Beurteilung der Lage auf dem deutschen Straßenbaumarkt und für die Dispositionen der Unternehmen.

Dank gilt Dr. Thul für seine Informationen zur Verbesserung der Markttransparenz, die nach den spektakulären Eingriffen in die Straßenbauplanung im Jahr 1979 besonders nötig sind.

Der Straßenkongreß informiert nicht nur die Öffentlichkeit. Im Interesse einer wirtschaftlich optimalen Erstellung der Bauwerke muß sie entscheidenden Einfluß auf die Kapazitätsplanungen der Industrien besonders auch im Interesse des Auftraggebers nehmen.

Den Informationen durch das Bundesministerium für Verkehr fügt die Bauwirtschaft eigene hinzu. Im ersten Teil sollen die Entwicklung dargestellt, daraus ein Resümee gezogen und einige Hinweise gegeben werden. Der zweite Teil nimmt Stellung zu akuten wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Themen. Darin ist auch der heutige Beitrag der Straßenbauwirtschaft zum Thema Straße und Umwelt enthalten. Es ist selbstverständlich, daß die bauausführende Wirtschaft ihre besonderen Gesichtspunkte in diese Diskussion einbringen muß.

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Der Fachvortrag zur Veranstaltung ist als PDF verfügbar.