FGSV-Nr. FGSV 002/130
Ort Dortmund
Datum 04.03.2020
Titel Angebot meets Nachfrage: Open Data-Landschaft in NRW
Autoren Dipl.-Ing. Susanne Bauer, Dipl.-Ing. Tobias Vreden
Kategorien Kommunal
Einleitung

Gerade einmal 25 Jahre alt sind die in das Umweltinformationsgesetz eingeflossenen Bestrebungen, den „mündigen Bürgern“ Einblick in das Verwaltungshandeln zu geben und Zugang zu Umweltinformationen der Behörden zu verschaffen.

Gut zehn Jahre später, nachdem es die Länder schon in den Jahren zuvor eingeführt hatten, folgte das In­formationsfreiheitsgesetz des Bundes von 2005, das nun das Verwaltungshandeln allgemein umfasste. 

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Auf Grund der hohen Bedeutung der Geodaten für räumliche Bestandsaufnahmen und Planungen – sei es regional, national oder auch auf europäischer Ebene – kamen wiederum aus dem Umweltbereich weiter­gehende Entwicklungen und Öffnungsbestrebungen mit der INSPIRE-Richtlinie von 2007. Im Zuge der natio­nalen Umsetzung dieser Richtlinie in der Bundesrepublik durch die Geodatenzugangs­gesetze des Bun­des und der Länder entstanden die Geodateninfrastrukturen auf Bundes- und Länderebene. Die Gesetzte verpflichten die sogenannten geodatenhaltenden Stellen, den Zugang zu Geodaten, Geodatendiensten und Metadaten zu schaffen, und sie regeln die Nutzung der Daten und Dienste insbesondere für Maßnahmen mit Auswir­kun­­gen auf die Umwelt.

Man hatte erkannt, dass mit Hilfe der Bereitstellung (= Angebot) und natürlich der Nutzung (= Nachfrage) Mehrwerte generiert werden können, die allen zugutekommen: der Wirtschaft, der Verwaltung und Politik wie auch den Bürgern. Vorausgesetzt – und das regeln eben die einschlägigen Gesetze –, die Daten sind frei und gut zugänglich und können auf Grundlage offener Nutzungsrechte frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden.

Vermittlungsstelle zwischen Geodatennutzern und -anbietern ist in diesem Kontext das Geoportal.NRW; es ist Zugangspunkt für Landesdienststellen und Kommunen. Der sogenannte Geodaten­katalog.NRW bildet dabei eine Art umfassendes, beschreibendes Inhaltsverzeichnis. 

Aus den E-Government-Gesetzen (im Bund 2013, in NRW 2016) hat sich nun ein fast paralleler, aber tech­nisch verknüpfter Handlungsstrang entwickelt. Ausgehend von der Zielsetzung, das elektronische Ver­wal­tungshandeln zu fördern, entstand in NRW als Medium bzw. Plattform das Open.NRW-Portal. In diesem Portal vereint sind einerseits Informationen zum OpenGovernment und den zugehörigen Projekten der Ver­wal­tung sowie das sogenannte OpenData-Portal für frei nutzbare Daten, die neben Geodaten zum Beispiel auch statistische Daten umfassen. Sowohl hieraus ergibt sich ein Unterschied zum Geoportal der INSPIRE-Richtlinie wie auch daraus, dass im OpenData-Portal gängige Formate genutzt werden, während für INSPIRE eine spezielle, komplexe Schema-Konformität oder alternativ proprietäre Originalformate verlangt werden. 

Um das Angebot der offenen Daten auszuweiten (von vervollständigen kann hier leider noch keine Rede sein), wird über das OpenData-Portal NRW eine technische Infrastruktur zur Verfügung gestellt, über die ab Juni 2020 die kommunalen Daten direkt veröffentlicht werden können. Dies soll für Kommunen, die kein eige­nes OpenData-Portal besitzen, die Schwelle zur Bereitstellung herabsetzen.

„Datenbereitstellung im Portal – was bringt uns das, was bringt es mir?“ Diese Frage von Verantwortlichen oder in der Umsetzung Tätigen beantwortet sich dann von selbst, wenn der Nachfrager vom direkten Kon­takt mit der Kommune umgelenkt wird auf das Portal. Effizienzgewinne liegen nicht nur im Wegfall indivi­du­­eller Bereitstellungsaufwände, sondern vor allem in der Mehrwerterzeugung und der damit einher­gehen­den Aufwertung der eigenen, der kommunalen Daten.

Damit dieser Mehrwert besser erfahren werden kann, ist es von Vorteil, auch den Wert des Angebots anderer Datenbereitsteller bekannt zu machen. Innerhalb der Kommune kann somit auch eine Nachfrage entstehen, die sich auf die Nutzung der Daten z. B. von Landesdienststellen oder benachbarter kommunaler datenhaltender Stellen ergeben.

Angebot meets Nachfrage: wenn ich die Nachfrager verstehe, baue ich gerne ein vernünftiges Angebot auf!