FGSV-Nr. FGSV 002/129
Ort Halle (Saale)
Datum 04.03.2020
Titel Anwendung des Georadars - Beispiele
Autoren Dipl.-Ing. (FH) Theodor Boekenkötter
Kategorien FGSV-Fachveranstaltungen
Einleitung

Die Prüfstelle des Landesbetriebs Straßenbau NRW wendet im Bereich der Geotechnik und im Asphalt- und Betonbau zerstörungsfreie Prüfmethoden (ZfP) an. Es kommen Rückprallhammer, Ultraschall, Radar, Thermografie, Potentialfeldmessung und magnetisch Induktive Verfahren zum Einsatz. Diese Verfahren ergänzen oder ersetzen die klassischen Methoden, zu denen die Untersuchung an Bohrkernen gehört.

Einen breiten Raum nimmt bei den zerstörungsfreien Prüfmethoden die Untersuchung mit Radarwellen ein. Dies liegt daran, dass die Messungen schnell durchgeführt werden können. Somit können große Flächen mit geringem Aufwand aufgenommen werden. In der Prüfstelle wurde Radar zuerst im konstruktiven Ingenieurbau zur Spannglied- und Bewehrungsortung eingesetzt. Sehr schnell wurde festgestellt, dass mit Radar auch Schichtverläufe in der Straßensubstanz gemessen werden können. Bei unklaren Bohrkernergebnissen werden seitdem Radarmessungen mit dem Handwagen zur Verifizierung durchgeführt. Dadurch können z. B. sehr gut alte überbaute Straßenkörper im Querprofil eingegrenzt werden. Mit niederfrequenten Radarantennen können auch tieferliegende Probleme mit Auswirkungen auf den gebundenen Oberbau festgestellt werden. Im Bereich der Schadensbetrachtung ist das Georadar auch für die Quantifizierung von Schichtverbundproblematiken eingesetzt worden. Aus unserer Erfahrung hat sich ergeben, dass sich die Ergebnisse der Radaruntersuchungen nicht immer mit den Bohrkernergebnissen decken. Hier besteht Forschungsbedarf. Das Haupteinsatzgebiet für den Landesbetrieb Straßenbau NRW wird die Georadarbefahrung mit einem schnellfahrenden System sein. Die Prüfstelle verfügt über einen Anhänger, der mit den Radarantennenfrequenzen 1 GHz, 2 GHz und 400 MHz bestückt ist. Vorgesehen ist es, die klassischen straßenbautechnischen Untersuchungen mit den Radaruntersuchungen zu ergänzen. Dies führt in den meisten Fällen zu einer exakteren quantitativen Aussage zum Aufbau als bei den üblichen Bohrkernbeprobungsrastern. Bei relativ homogenen Aufbauten kann zudem erwartet werden, dass die Anzahl der Bohrkernentnahmen reduziert werden kann.

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Der Fachvortrag zur Veranstaltung ist als PDF verfügbar.